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Literatur und Kunst des Mittelalters
Konrad von Querfurt schöpfte seine Beschreibung, wie erselbst sagt, zum Teil aus den Erzählungen ihm nahe stehenderLandeskundiger. Er denkt dabei hauptsächlich an den dichten-den Magister Peter von Eboli: einen gleichzeitigen KollegenWalthers in der poetischen Publizistik.
Dieser italienische Kleriker, der außer poetischen auchmedizinische Studien getrieben hatte, trat in den politischenDienst des Hofkanzlers. Zur Verherrlichung des Kaisers, zurUnterstützung der deutschen Sache schrieb er 1195—1196 inlateinischen Distichen einen Panegyrikus auf Heinrich VI.: das'Buch zu Ehren des Augustus'. Hier werden die sizilischenKämpfe der Jahre 1191—1194 dargestellt: mit erstaunlicherKenntnis des antiken episch-mythologischen Stilapparats, inengster Anlehnung an die Diktion des Vergil, Ovid, Lucan, vomStandpunkt eines unbedingten Imperialismus, mit raffiniertesterRhetorik des Schmeicheins. Kaiser Heinrich erscheint als Sonne,als Jupiter (Jupiter tonans), seine Gemahlin Konstanze als Junooder auch als Schwester des Phöbus. Neben dem Kaiser werdennamentlich sein Kanzler und außerdem die übrigen Führerder Reichsgewalt gepriesen: die Reichsministerialen Hein-rich von Kalden, Markward von Anweiler. Die ganze staufischeDynastie erscheint in einer übermenschlichen Erhöhung. Dereben geborne Sohn und Erbe Heinrichs, Roger-Friedrich, heißt„die Zierde Italiens, der Sonnenglanz, der Sproß Jupiters".Er wird ein glückliches, goldenes Zeitalter heraufführen, einReich des Friedens, darin der Adler mit den friedlichen Vögeln,der Löwe mit dem Stier, der Wolf mit den Schafen einträchtigbeisammen leben, in dem aus einer Quelle Leopard und Hirsch,Ziege und Eber trinken, von der fruchtbeladenen Erde aber demMenschen alle Gaben willig dargereicht werden. Das sind allesdie traditionellen Züge der chiliastisch-imperialistischenPhantasie vom letzten großen Weltkaiser und Weltversöhner,der dem Weltuntergang vorhergeht. Episodisch wird mehrmalsFriedrich Barbarossa gefeiert, der sich durch das Heldentumseines Kreuzzugs Karl dem Großen — seinem wirklichen Vor-bild — an die Seite stelle. Auch scheint Peter von Eboli nochein besonderes Gedicht, das uns verloren ist, den ruhmvollenTaten Barbarossas gewidmet zu haben.
Schon das Loblied zu Ehren Heinrichs VI. bezieht sichwiederholt auf die Landschaft westlich von Neapel, die alten