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1,1 (1925) Mittelalter
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Literatur und Kunst des Mittelalters

leihen: im Herbst 1197 krönte er auf Cypern, der Schwelle fürdie Eroberung des Ostens, im Namen des Kaisers König Amal-rich, der die Herrschaft als Lehen von dem gefürchteten Staufererbeten hatte; im Januar 1198, als er selbst in Beirut die Flotteschon wieder für die Heimfahrt rüsten mußte, ging statt seinerder Erzbischof Konrad von Mainz nach Armenien und kröntein der Kathedrale von Tarsus den König Leo, der fortan seinKönigtumvon Gottes und des römischen Reiches Gnaden"führte. Der Fürst Boemund von Antiochien hatte sich schon1190 als Lehensmann des römischen Kaisers bekannt. Esschienen in Wahrheit die Tage der Julier und Flavier wieder-gekehrt. Der Herr der Rhomäer am Bosporus zitterte auf seinemmorschen Thron: hatte doch der Reichsmarschall Heinrichvon Kalden als Gesandter des deutschen Kaisers die Ansprücheder Normannen auf Epirus für deren Erben und Rechtsnach-folger erneuert und einen Tribut des griechischen Reiches fürseinen Gebieter gefordert und durchgesetzt. Angsterfüllt sah derUsurpator Kaiser Alexios nun auch im Osten sein Imperium be-stritten, seine Hegemonie verdunkelt und beeilte sich daher,dem neugekrönten König Leo von Armenien nun seinerseitseine Krone zu übersenden.

Wohl durfte sich der Vertreter und Wegbahner dieser Welt-politik, der staufische Hofkanzler Konrad von Querfurt, zurRepräsentation der kaiserlichen Majestät mit einem Prunk um-geben, wie er sich für Könige ziemte, Zelte von nie gesehenerPracht und schwere Lasten goldenen und silbernen Tafelgerätsmit sich führen, in kostbare seidene Gewänder sich kleiden.

Dieser ehrgeizige, tatkräftige und verschlagene Mann, inallem Glanz und aller Üppigkeit weltlichen Wohllebens schwel-gend, hatte, wie seine Feinde nach seinem Fall tadelnd bemerkten,gar nichts von einem nach innen gekehrten Geistlichen. Erwar kein Asket, kein Diener der Gregorianischen Ideen, keinWerkzeug der hierarchischen Restauration, die Innocenz be-trieb und so überwältigend durchführte. Aber auch er, seinJugendfreund und dann sein leidenschaftlicher Widersacher,hat, als der Bruch längst erfolgt war, an Konrad die hoheIntelligenz und die tiefe gelehrte Bildung anerkannt.

Des Kaisers Kanzler, der Staatsmann und Feldherr, hattein der Tat auch lebhafte Empfänglichkeit für die idealenMächte des Lebens. Und nicht bloß scholastische Wissenschaft,