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1,1 (1925) Mittelalter
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Literatur und Kunst des Mittelalters

(Brockelmann 1901, S. 65), die unleugbar ein Element des spä-teren mittelalterlichen, Liebesgefühls schon gestimmt entfalten:die grenzenlose Hingabe, die den Liebenden von Sinnen bringt,ihm geradezu den Verstand raubt (ein besonders häufiges Motivarabischer Liebespqesie und Dichterbiographik!), (iie denLiebenden körperlich aufzehrt pnd das Gefahrvolle, seejjscbPeinigende, aber auch Anstachelnde, Erhebende einer Liebe, pUesich über die Schranken der Ehe hinwegsetzt (Leilah, Schirip,Suleicha). Epdlich muß man sich erinnprp, d^ß zu diesenpersischen Liebesromanen auch die altiranische Geschichtevpp Wis und Ramin gehört, in der man läpgst mjt gutpmGrunde einen Vorläufer und Verwandten vpn Tristan pnd Isoldegesehen hat.

Die unmittelbaren geschichtlichen kausalgenetischen Zu-sammephänge zwischep diesep persisch-arabischen Liebes-romanen und denen cfes mittelaltprlichen Abßndlandes zu er-fassen, namentlich aber auch die fraglos bestehenden mptiv-gesphichtüchen Beziehungen zwischen Firdüsis Heldenbuchund manchen mittelalterlichen Schöpfupgen des Abendlandesklarzustellen, bleibt eine der dringendsten Aufgaben künftigerForschung- Hier erfolgte, glaubp ich, die Übertragung in der Tatdurch die Kreuzzüge, namentlich in den fränkischen Kreuz-fahrerstaaten 1 ). Einstweilen mögen die jetzt gebotenen Aus-

*) Im Kreise orientalischer Philologie ist vielleicht von GeorgJacob, der die westöstlichen Kulturberührungen schon wiederholtdurcheinschneidende Beiträge ebenso gelehrt wie scharfsinnig und geistvollerhellt hat, weitere Klärung des ganzen von mir aufgegriffenen Problemszu erhoffen. Arabische Herkunft des Stoffes ist jetzt wohl allgemeinanerkannt für die altfranzösische Dichtung von Aucassin und Nico-le te aus dem 13. Jahrhundert (Aucassin = AI Kdsim) und hier trittauch jene Mischform aus Prosa und eingestreuten Versen auf, die derVerfasser selbst als bemerkenswert empfindet und cantefable nennt. Esverflicht sich hier also mit dem stoffgeschichtlichen das formgeschicht-liche Problem der Verbreitung und Geschichte dieser Mischform, das ichbereits Sitzungsberichte 1904, S. 851. 898 behandelt habe, das aber einerneuen Erörterung bedürfte, wobei namentlich eine Auseinandersetzungmit Andreas Heuslers tiefdringendem Aufsatz über den Dialogin der altgermanischen erzählenden Dichtung (Zeitschr. f. DeutschesAltertum 1902, Bd. 46, S. 201ff.) notwendig sein würde. * Vgl. jetztauch Paul Neuburger, Die Verseinlage in der Prosadichtung derRomantik, Leipzig, Mayer u. Müller 1924 (Palaestra 145), wo als Ein-leitung eine große Abhandlung 'Zur Geschichte der Verseinlage' die