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Literatur und Kunst des M ittelalters.
rebane, rebab kommt. Besonders interessant ist das Wortkobus ('Gottes Zukunft' V. 4872 [Deutsche Texte des Mittel-alters Bd. 7, Berlin 1906 ed. Singer V. 4671 S. 400]) < arab.gopüz. Die Sache, die es deckt, läßt das heutige Instrumen-tarium von Borneo erkennen. Dort ist ein Lauteninstrumentarabischen Gepräges erhalten, dessen Name als gambus( — gopuz) abgehört worden ist, und das in der Form genaudem spätmittelalterlichen Typus der Mandora ' (Riemann,Musiklexikon 9 s. v. 'Bandura') entspricht. Nun wird der Ma-laiische Archipel bereits im 7. Jahrh. von den Arabern über-flutet. Man darf also voraussetzen, daß die Araber dasInstrument auch nach Spanien schon beim erstenEinfall gebracht haben, während die eigentliche Laute —die in Indonesien fehlt, weil die Araber sie erst später vonden Persern übernommen haben — damals noch nichtEuropa betritt. Keines von diesen Tonwerkzeugen scheintvor dem Ende des 13. Jahrh. in deutschen Dichtungen vor-zukommen, und die Ikonographie bestätigt dieses Fehlen.Mir scheint das aber nicht schwerwiegend. Es zeigt nur wieder,daß der Geist schneller läuft als die Materie, und daß geradebei Musikinstrumenten die Beharrung sehr stark ist. Unterdiesem Gesichtspunkt ist es vielleicht kein Zufall, daß dererste Beleg, ravenn, ein Streichinstrument ist: das streich-gewohnte und seiner Kunstveranlagung nach allzeit zumStreichen getriebene deutsche Volk nimmt zuerst die fremdeGeige auf; erst später gewährt es den Zupflauten Eingang."Vgl. dazu den Aufsatz von Curt Sachs, Die Streichbogen-frage, Archiv für Musikwissenschaft, 1. Jahrg. Bückeburgund Leipzig 1918, S. 1—9, der das Problem des Alters der.Geige und der Laute als ein völkerpsychologisches, nicht alsein chronologisch-technisches betrachtet und die Geige densogenannten primitiven und 'gotischen' (nordischen) VölkernEuropas, hingegen die gezupften Lauteninstrumente denklassisch-mittelländischen Völkern als Urbesitz zuschreibt.*
*Über dasselbe Problem hatte Friedrich Sarre, derdurch seine grundlegenden Forschungen auf dem Gebietder orientalischen, insbesondere persischen Kunstgeschichterühmlichst bekannte Berliner Museumsdirektor, sich zu mirbrieflich am 22. Januar 1919 geäußert: „Welche Rolle die Musikin der persisch-islamischen Kultur gespielt hat, geht aus den