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Literatur und Kunst des Mittelalters
zustellen 1 ). Der früheren Überschätzung des orientalischenEinflusses entgegentretend würdigt er die mittelalterlichen Aus-sagen über arabisch-spanische Wissenschaft und Magie, dieZeugnisse für die Bekanntschaft gewisser christlicher Spanierdes 9. Jahrhunderts mit Gedichten, Märchen, theo ogischen undphilosophischen Schriften der Araber und für den Eifer dieserchristlichen Spanier, die Kunst des korrekten und elegantenArabisch zu erlernen 2 ), erwähnt die uns bei Maqqari (17. Jahr-hundert) erhaltenen Verse eines christlichen Sevillaners des11. Jahrhunderts, die gewandt arabische Sprache und Metrikhandhaben, legt dann mit Recht Gewicht auf die Mittlerrolleder sogenannten Mozaraber, d. h. der zahlreichen Arabisch alsMuttersprache redenden, aber auch mit romanischer Sprachevertrauten Christen Spaniens, sowie auf die in Spanien lebendenJuden, die vielfach kastilische und arabische Verse dichteten,verweist auf den Verkehr, den häufig spanische Christen mitden Muslims hatten, freiwillig aus Abenteuerlust oder als Ge-fangene ('Slawen') oder — in weitestem Ausmaß seit dem11, Jahrhundert — als Söldner in ihren Leibwachen undHeeren 3 ).
x ) Graf Schack a. a. O. 2, S. 88—162.
2 ) Vgl. die ausführlichen Nachweise bei D o z y a. a. 0.1, S. 310ff.321. In Dozys Schilderung jener im 9. Jahrhundert den arabisiertenChristen Widerstand leistenden Führer der exaltierten christlichen Parteizu Cordova, des Priesters Eulogius und des Laien Alvarus (a. a. O. l rS. 337f.; dazu Aug. Müller, Der Islam 2, S. 476 ff.), scheint mir sehrwichtig die wenig beachtete Nachricht, daß diese christlichen Patriotendas bis dahin unter den Christen Spaniens (seit den Westgoten) geltendeVerbot, sich mit der heidnischen Literatur des römischen Altertums zubeschäftigen, beiseite setzen, nun vielmehr die altrömische Dichtung(Vergil, Horaz, Juvenal) als Gegengewicht gegen die der Araber benutztenund ihre Mitbürger für die nationale Literatur ihrer Heimat, für ihreLandsleute Lucan und Seneca zu begeistern suchten. Das ist eine Be-wegung, die in ihrem Motiv völlig der italienischen Renaissance des14. Jahrhunderts entspricht, in der ja Petrarca, Rienzo und ihre Mit-kämpfer gleichfalls die nationale Ehre ihrer Zeitgenossen aufriefen.Sie unterscheidet sich durch dieses auf wirklicher Stammesgemeinschaftberuhende patriotisch-nationale Element aber ganz und gar von denPseudo-Renaissancen des Mittelalters (der irischen, alteng-lischen, karolingischen, französischen, staufischen).
3 ) Diese 'Slawen', d. h. gefangene Fremde (ursprünglich vonDeutschen verkaufte slawische Kriegsgefangene, dann überhaupt allefremden Sklaven), die im Harem oder in der Armee dienten, nahmen.