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1,1 (1925) Mittelalter
Entstehung
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285
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Der Ursprung des mittelalterlichen Minnesangs 285

eine befriedigende Untersuchung und Klärung der in Betrachtkommenden Verhältnisse steht meines Wissens immer noch aus.

Jene beiden Strömungen antiker literarischer Traditionführten wohl manches antike Ferment für einen neu sich bilden-den romantischen erotischen Stil mit, das im späteren Liebes-roman und Liebeslied fortkeimte.

Dazu trat dann, schwerlich vor dem zehnten Jahrhundert,aus ungelehrten Sphären und aus mündlicher Überlieferung einneuer Zufluß antik-orientalischer Literaturschöpfungen. Denbrachten die Weltbummler des Mittelalters, die Jongleurs undSpielleute, die Erben der Mimen 1 ) des antiken, griechisch-römischen Weltreichs und die Bewahrer eines Teils ihres Reper-toire, ihrer Kunst. Diese mittelalterlichen Mimi trugen durchdie Welt, die christliche und die islamische, einen Schatznovellistischer, fabulierender, märchenhafter Motive und derdazugehörigen Darstellungstechnik. Schwank, Fabel, Rätsel-eristik sind ihre eigentliche Domäne. Aber sie wagen sich auchan den Roman, sie erfüllen auch das nationale epische Lied mitfremdländischen phantastisch-märchenhaften Elementen, undsie treten im 12. Jahrhundert auch aus dem Kreise des unge-schriebenen Dichtens heraus, sie wandeln sich aus Rezitatorenund Sängern, die gedächtnismäßig, mehr oder minder improvi-sierend schaffen und reproduzieren, zu Vorlesern von Texten undschließlich zu ganz literarischen, für die Schrift dichtendenAutoren 2 ).

im höchsten Grade mannigfaltig, reizend und blühend; die Nachwir-kung der messalisch-griechischen Bildung und der späterenrömischen Schulen that das ihrige dazu". [Jetzt betont auchK. Voßler in seiner Kritik des Buchs von Wechßler (Literaturbl.f. germ. u. roman. Phil. 1911 S. 84) die Wichtigkeit der Frage.]

*) Hermann Reichs weitgreifende, Licht bringende Unter-suchungen über den Mimus bedürfen, so förderlich und fruchtbar siegerade für das Mittelalter sind, doch einer nüchternen Prüfung durchRomanisten und Germanisten und geben mir zu starken Vorbehaltenreichlich Anlaß.

2 ) Die Spielmannsromane des 12. und 13. Jahrhunderts bevor-zugen ganz besonders ein Motiv des antiken heidnischen und christlichenRomans, das dann die romanhafte Erzählkunst der Apokryphen (Apostel-geschichten, Apostelakten, Martyrerakten) und Legenden übernommenhatte: 'die fingierte urkundliche Beglaubigung der Er-zählung' (s. meinen oben S. 282 Anm. 1 erwähnten Dresdner Vor-trag, oben S. 117, 137, 141). In den alten Trojaromanen von Dictys

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