Der Longinus-Speer in eschato logisc hem Lichte 229
Der gelehrte Geschichtsschreiber der Juden charakterisiertdiese Lage offenbar richtig: ); Jüdische Minister und Räte imDienste und in der Umgebung des Königs, in höfische Trachtgekleidet und mit dem Ritterschwert umgürtet, ent-waffneten von selbst, auch ohne besondere Verwendung für ihreGlaubens- und Stammgenossen deren bittere Feinde. Der armeAdel, der weiter nichts als sein Schwert hatte, war von Miß-gunst gegen die reichen und klugen Juden erfüllt, aber er mußtedamit an sich halten". Und ebenso mußten die Massen, mußtedie Geistlichkeit aus Rücksicht auf den Hof ihrem WiderwillenZügel anlegen. Freilich verhinderte das nicht vorübergehendeAusbrüche des künstlich gedämpften Hasses. Um so weniger,als manche dieser jüdischen Staatsbeamten und Hofleute ihreÄmter benutzten, um sich in unerlaubter "Weise auf Kosten desKönigs und des Landes zu bereichern 1 ). Als dann König Pedroseine französische Gemahlin Rlanca hatte ermorden lassen,schob die Volksmeinung, weil die Königin den Juden feindlichgewesen war, diesen Mitschuld und Teilnahme an dem Ver-brechen zu: eine französische Romanze erzählte, ein jüdischerRitter habe Rlanca dadurch erbittert, daß er an ihrem Hul-digungstage nach der für christliche Ritter bestehenden Hof-sitte ihre Wange geküßt, und da sie ihm deshalb nach dem Lebengetrachtet, sei er mit einigen Stammesgenossen durch List inihr Schlafzimmer gedrungen und habe sie dann in einem Kellererstickt. Die Ermordung der Königin entfesselte den KriegFrankreichs gegen den König von Spanien und den Rruderkrieg
ist eben, wie aus jedem deutschen Wörterbuch (z. B. von Kluge,Paul Weigand-Hirt) ersehen werden kann, nichts anderes als „unserngoldenen Pfennig" oder „der goldene Pfennig", da gülden mit u-Lautund flexionslos durchaus die in der älteren deutschen Sprache herr-schende Adjektivform ist, unser 'golden', eine jüngere Angleichungan das Substantiv, erst viel später sich einbürgert, anderseits 'Gulden'nur eine Ellipse von 'goldener Pfennig'ist. Rösels 'Guldenpfennig'aber ist weder altes noch neues Deutsch.
*) Graetz, Gesch. d. Juden 3 , 7, S.283ff.,352ff. Von dem mächtig-sten jüdischen Günstling des Königs, der sein Schatzmeister und ver-trauter Berater war, auch Musik verstand, schreibt Graetz S. 287:'Joseph de Ecija hatte einen Staatswagen, Ritter begleiteten ihn aufseinen Fahrten, und Hidalgos speisten an seiner Tafel.' Gegen ihnrichtete sich dann sehr heftig der Zorn der Bürger von Valladolid, dieihn einfach umbringen wollten.