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Literatur und Kunst des Mittelalters
lichem Schutz. Als im Jahr 1196 der Emir der Almohaden,Jakob Almansur, Toledo belagerte, machten auch die JudenAusfälle gegen sein Heer. 'Jüdische Jünglinge verlegten sichauf die Fechtkunst, um als Ritter aufzutreten.'Unter König Alfonso VIII. (1166—1214) wurden vielen Judenhohe Staatsämter verliehen 1 ).
Auch über das südliche Frankreich hatte diese in Spanienersprossene jüdische Kulturblüte damals sich ausgedehnt undeinige Jahrzehnte lang unter dem freigesinnten fürstlichen undritterlichen Adel und einem dem Weltverkehr sich öffnendenBürgertum während des Frühlings provenzalischer Poesie undBildung in steter Berührung mit der islamischen Wissenschaftvielfach befruchtend gewirkt. Aber die Albigenserkriege fegtendas fort. Und auch noch im 14. Jahrhundert, als in England,Frankreich, Deutschland nach mehrfachen schweren Verfol-gungen und Austreibungen die Lage der Juden sich fortdauerndverschlimmert hatte, blieb in Spanien, und zwar jetzt in Kasti-lien die geistige Führung der Judenschaft. Unter KönigAlfonso XI. (t 1350) und seinem Sohn Pedro (| 1369) brach dortfür die Juden ein neues goldenes Zeitalter an. Juden bestimmtenals Schatzmeister die Staatsleistung, waren bei Hof und imKreise des Adels als Räte und Beamte tätig, während in Ara-gonien, in Navarra, im französischen Königreich wilder Haßgegen die Juden loderte, sie von allen Ämtern ausschloß, in dasJudenquartier bannte, in Deutschland aber unter der RegierungLudwigs des Bayern häufige Judenmetzeleien stattfanden undder Gesamtheit der Juden eine neue lastende Steuer, ein all-gemeiner Leibzins, der sogenannte goldene Pfennig aufgebürdetwurde 2 ).
*) Graetz, a. a. O. 6, S. 189. 337 (ad 10).
2 ) Stobbe, Die Juden in Deutschland, S.31f. Vgl. auch IsertR ö s e 1, Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihrenAnfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, Berlin, L. Lamm, 1910,S. 55: wenn hier aber Anm. 4 Stobbe getadelt wird, weil er vom„goldenn Opferpfennig" spreche und damit eine Bezeichnung brauche,die „in jenem Zeitraum nicht vorkommt", so ist das zwar richtig,insofern die Silbe „Opfer" in Betracht kommt. Aber Rösels „Gulden-pfennig" ist seinerseits ein Beispiel für die in unserer historischenLiteratur leider immer noch nicht ausgestorbene Gleichgültigkeit inbezug auf bekannteste Tatsachen der deutschen Sprachgeschichte.Das urkundliche unsern oder der guldin Pfenning (ebd. S. 92, Nr. 4)