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Literatur and Kunst des Mittelalters
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den Vertriebenen für die Erlaubnis, in ihrem verwüsteten recht-mäßigen Wohnsitz sich wieder ansiedeln zu dürfen, hoheSummen ab. In diesem Zusammenhang erhält nun die Nach-richt über das angebliche Turnier der Juden auf ihrem 'Hofzu "Weißenfels eine eigentümliche Beleuchtung. Die Zusammen-kunft hat der Herr von Trotha zum Anlaß genommen für seinRäuberstücklein. Reiche Beute fiel ihm dabei in die Händeaus dem Besitz der fremden (auswärtigen) Juden. Ist es denk-bar, daß damals jene in Weißenfels versammelten Juden wirk-lich im Anschluß an ihre Beratungen, ihren Hoftag, etwasritterlichen Kampfspielen nach Art der Turniere Vergleich-bares veranstaltet hatten?
Für die Entscheidung dieser Frage fällt die Beglaubigungdes ganzen Zeugnisses ins Gewicht. Leider findet es sich nichtin den alten niederdeutschen Handschriften, sondern erst inden hochdeutschen Übersetzungen des 16. Jahrhunderts. Esist also kein Bericht von jener Höhe geschäftlicher, juristischerund historiographischer Beobachtung und Praxis, wie sie unsder erste Fortsetzer der Magdeburger Schöppenchronik vorAugen bringt, der wahrscheinlich gleich dem Verfasser desursprünglichen Werks Stadtschreiber in Magdeburg war undals ein den erzählten Vorgängen naher Zeitgenosse seine Mit-teilungen machte. Die älteste Quelle jener Nachricht ist viel-mehr eine Magdeburger Handschrift, die 1565—1566 von einund derselben Hand geschrieben worden ist. Aber der Urheberdieser Notiz, der Übersetzer der alten Chronik, war Beamter desMagdeburger Rats, saß also am Mittelpunkt städtischer Lokal-geschichte, und nach der Ansicht des Herausgebers der Schöppen-chronik beruhen auch in andern Fällen seine Mitteilungen„gewiß auf guter Quelle", d. h. auf alten, gleichzeitigen Auf-zeichnungen, und war seine niederdeutsche Vorlage kaumwesentlich verschieden von dem unsern beiden ältesten Hand-schriften (A, B) zugrunde liegenden originalen Text. Im gegen-wärtigen Fall wird natürlich alles darauf ankommen, welcheninnern. Wert die übrigen Bestandteile dieser Angabe haben.
Das Judenturnier von vornherein als vollkommen unmöglichauszuschließen, liegt sicherlich am nächsten. Aber es ist nichtganz richtig, wenn Leitzmann a. a. O., S. 22, bemerkt, daß dieJuden,,ja Waffen nicht tragen durften". In dieser Allgemeinheittrifft das für die mittelalterlichen Juden nicht zu. Nach Zeiten