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Literatur und Kunst des Mittelalters
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pupungit (so!) latus eius et exiit aqua et sanguis. Darauf erstfolgt dann: Iesus autem iterum clamans uoce magnaemisitspiritum.Nach dieser Matthäusinterpolation hat erst der Speerstoßden Tod Christi herbeigeführt. Der ällog (alius), von dem erausging, setzt die vorherige Gruppierung Tiveg tüv exet eaTrjxö-tcov, y.a.1 elg et- avrwv, ol de Xoijtol (quidem illic stantes; et unusex eis; ceteri verö) fort, stilistisch anstößig (s. u. S. 179 Anm.),denn mit loi-rtol oder ceteri muß die Aufzählung schließen.Jedenfalls soll aber dieser nachhinkende akXog (alius) zu den'dort stehenden' d. h. zu den am Kreuz in näherer oder weitererEntfernung versammelten Menschen gehören. Er kann danachein Jude sein, wie die erste Gruppe der nväg (quidam), dieChristi Klageruf höhnisch auf den Elias deuten. Ja es liegt sogaram nächsten, daß er im Sinne der Interpolation ein Judesein sollte. Trotzdem mag dies dahingestellt bleiben, ebensowie Veranlassung, Zeit und Ort der ganzen Einschaltung unddie Bedeutung der Voranstellung des Wassers vor dem Blut(gegenüber Joh. 19, 34).
Höder vom bösen Loki. In der Vulgata hat accipere die Bedeutungdes 'sponte proprioque motu aliquid sibi capere' z. B. noch Genesis 4, 19:[Lamech] accepit duas uxores ('er nahm zwei Frauen'); Baruch 2, 17:quorum spiritus a uisceribus suis ('fortgenommen, entrafft aus'); Matth.16, 5: obliti sunt panes accipere ('mitzunehmen'); Luc. 13, 21: quod[fermentum] acceptum mulier abscondit; Matth. 27, 30: Expuentes ineum acceperunt harundinem et percutiebant caput eius. Beiche (leiderin fünf Gruppen verzettelte) Belege aus dem archaischen und spätenLatein bietet der Thesaurus linguae latinae I 305 Z. 21—43. 74—78,306 Z. 37-44, 310 Z. 1-8, 312 Z. 47-63; übersichtlicher Vollmer,Epitome Thesauri latini Vol. 1, Lipsiae 1912, S. 43f. Aus ihnen gehthervor, daß dieser Gebrauch von accipere in der altlateinischen (vor-hieronymianischen) Bibelübersetzung (Itala) noch häufiger ist unddaß die Vulgata mehrfach dafür capere, tollere, assumere, apprehendereu. ähnl. einführt (z. B. Gen. 30, 37. 43, 15; Exod. 20, 7; Matth. 5, 40;22, 15; Luc. 5, 5; 9, 39). Auch diese Tatsache bekräftigt das hoheAlter der Matthäusinterpolation. Bereits Augustin (Locutiones inHeptateuchum lib. I: 32, 22; Migne Patrologia latina XXXIV 495)hielt es für nötig, jenen weitgehenden Gebrauch der Itala zu erläutern,während er selbst noch De civit. Dei XX 21 (Ed. Dombart II 460Z. 23f.) schreibt: promisit [Dominus] ab ipsis se accepturum sibi sacer-doles. Auch das pupungit wahrt das unbildliche Verbum des Originals(evvt;e) gegenüber dem typologischen aperuit (= fjvoige) im Hieronymus-text von Joh. 19, 34 und stimmt zu den ältesten Italahss., die dortpupugit, percussit, perfodit, inseruit haben.