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1,1 (1925) Mittelalter
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Der Ursprung der Grallegende

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an eine nicht ganz klare Zeremonie der Herausnahmedes goldenen Tisches und der goldenen Gefäße,mit denen im sogenannten Chrysotriclinium, dem kaiserlichenThronsaal, die kaiserlichen Prunk-Gastmähler gehalten zuwerden pflegten. All dies gemahnt dringend an die Szenenauf der Gralburg.

Den langen Weg, auf dem im Zeitalter des ersten Kreuzzugsaus all diesen Anschauungen und Traditionen, aus diesembuntschillernden, wechselvollen Besitz der religiösen Volks-phantasie die Grundlage der doch wohl in der Provenceoder deren Nachbarschaft entstandenen literarischenGestalt der Gralsage erwuchs, in seinem kontinuierlichengeschichtlichen Lauf mit streng empirisch-genetischer Be-trachtung nachzuweisen ist hier nicht der Ort. Das bleibemeinem schon erwähnten Buche (s. oben S. 159) vorbehalten.Hervorheben möchte ich nur dies: Staerk erkennt in derbluttriefenden heiligen Lanze des Gralromans die Lanze desKriegsknechtes Longinus, findet darin einenzweifellos echtlegendarischen Zug" der Sage, fordert auf,aus den Gral-romanen die Züge zusammenzustellen, in denen sich der mittel-alterliche Abendmahlsritus widerspiegelt," erwartet als Er-gebnis darauseine auch für die Entstehungszeit der Legendelehrreiche Geschichte des Abendmahlssakraments" und weistendlich selbst (wie ganz im Vorbeigehen vor ihm auch schonHeinzel und Hertz) aufdie heilige Lanze im Bitus der orienta-lischen Kirche" (S. 20). Er nähert sich also den Erwägungen,die mich zu meinen Forschungen geleitet haben. Allerdingswenn ihmder mit dem Gral verbundene Speer ursprünglicheine selbständige Blutreliquie" ist, so entfernt er sich doch wiedervöllig von dem Kern meiner Auffassung und läßt sich, gleich Heinzelund Hertz, den Schlüssel zum Verständnis der Gralzeremonie,ohne von ihm Gebrauch zu machen, aus den Händen entgleiten.

Staerk ist der Meinung, daß auf die ursprüngliche christlicheGralvorstellung auchvolkstümliche Vorstellungen mytho-logischer Art" d. h.außerchristliche Mythologeme" einge-wirkt haben (S. 38): die islamische Tradition von heiligenSteinen auf Zion, von sinaitischen (himmlischen) Steinen,von dem aus dem Himmel herabsteigenden Tisch (5. KoranSure). Dieser orientalische Legendentypus, den besondersWesselofsky hervorgehoben und beleuchtet hat, liegt Wolframs

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