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1,1 (1925) Mittelalter
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Der Ursprung der Grallegende

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keinerlei Spur irgendeiner Verknüpfung mit gralartigen Vor-stellungen. Diese erscheinen in ihr erst in der Dichtung desRobert de Borron, d. h. also im ausgehenden 12. oder gar im13. Jahrhundert. Gewiß verwirft Staerk mit Recht (S. 5 Anm. 1)die unbewiesene und auch an sich wenig glaubliche BehauptungBirch-Hirschfelds, daß erst Robert die Gralidee in die Joseph-Legende hineingebracht habe. Die vor kurzem durch Harnack(Sitzungsber. der Kgl. Preuß. Akad. d. Wiss. 1901, S. 920ff.)und v. Dobschütz (Zeitschr. f. Kirchengesch. 1902, Bd. 23,

5. 1 ff.) bekannt gemachte, von Staerk nicht erwähnte neue Quelledieser Legende, das Apokryphon in georgischer Sprache, demein griechisches Original der zweiten Hälfte des 9. Jahrhundertszugrunde liegt, führt die Weiterdichtung in einer ganz anderenRichtung fort. Über den Arimathäischen Joseph und seinenZusammenhang mit dem Gral, der poetischen Metamorphosedes eucharistischen Wunders, suchte und fand ich die älteste,klarste und ergebnisreichste Aufklärung nicht in der Legende,sondern im christlichen Kultus, in der orientalischen Liturgieund Mystagogie, die in verschiedenen Schüben seit dem

6. Jahrhundert auch in die abendländische Liturgie einzelneZuflüsse ergießt (Adoratio crucis, Missa presancüficatorum u. a.).Leider ist wohl kein Feld der christlichen Kirchen- und Reli-gionsgeschichte von der modernen Forschung so sehr vernach-lässigt als das der Geschichte der frühmittelalterlichen Liturgie,zumal der des Ostens. Und schwerlich machen sich konfessio-nelle Vorurteile und Tendenzen, die sich im Grunde um ge-schichtlich völlig nebensächliche Streitpunkte drehen, irgendwoauf Kosten der schlichten objektiven Durchforschung derhandschriftlichen Quellen so sehr breit als hier. Die Antio-chenisch-Konstantinopolitanische Liturgie, wie wir sie ausder ekstatischen Phantasmagorie des dodor eucharistiae, desJohannes Chrysostomos, für das ausgehende 4. Jahrhunderterschließen, wie sie uns aus der griechischen mystagogischenLiteratur des 5. bis 10. Jahrhunderts entgegentritt und vor-liegt in der byzantinischen sog. Messe des Chrysostomos, ent-hält die beiden geheimnisvollen Vehikel der Gralsage, diedurchaus von Anbeginn ihr zusammen angehören, Wunder-gefäß und heilige Lanze, in fester Vereinigung, in bestimmterkultischer Handlung. Der Zurüstungsteil der griechischenMesse (die TtQoay.ouiörj) und die große, fraglos antiken Mysterien-

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