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1,1 (1925) Mittelalter
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Lo nginus und der Gral

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die dritte Potenz gesteigerten eucharistischen Opfers von Brotund Wein und Wasser in dem Geheimdienst, in den Christusnach seiner Auferstehung seine Jünger einweiht. Dann aberhat der 'Doctor eucharistiae' Johannes Chrysostomosgegen. Ende des 4. Jahrhunderts das Wunder der Lanze inden Mittelpunkt seiner kraß materialistischen Phantasmagorievon der Eucharistie gestellt, deren Kern ihm die Wirkungder Unsterblichkeit ist, entsprechend dem (pÜQ{ia-/.ov&xravaoiccs des Ignatius. Er setzt in realistischer SymbolikBlut und Wasser des Speerwunders den Elementen des eucha-ristischen Tranks (Wein und Wasser) im Mischkelch gleich.Er identifiziert die Handlung des Abendmahls mit dem ge-schichtlichen Opfer der Kreuzigung. Ihm ist das Abendmahleine dramatische Allegorie zum Zweck theurgischer Wirkungauf die Eingeweihten, denen es schon auf Erden das himm-lische Paradies schafft.

Während des 5. und 6. Jahrhunderts entstand dann zuJerusalem im Kreise der Palästinapilger (s. oben S. 159f.)die Grundlage für die fixierte märchenhafte Vorstellung vomGralgefäß und vom Graltempel: in der dort üblichenAdoration des Onyxkelches vom letzten Passahmahl Christiund der heiligen Lanze in der Grabeskirche.

Die ältesten bildlichen Darstellungen des eucha-ristischen Kelchs (Fußbodenmosaik zu Madaba in Palästina ausdem 5. Jahrhundert, Melchisedekmosaiken in San Vitale undSant' Apollinare in Classe zu Ravenna, Miniaturen im CodexRossanensis) zeigen ihn in einer schwankenden Doppelgestalt:halb als Trinkgefäß halb als Schüssel, auf einem Fuß, baldmit, bald ohne Henkel, zuweilen ganz flach und weit wie eineWaschschüssel. Hierdurch erklärt sich einfach die Tatsache,aus der so viele Forscher eine künstliche Entwicklung ver-schiedener Stufen der Gralsage konstruiert haben, daß derGral in den Dichtungen bald als Kelch, bald als Schale oderSchüssel erscheint.

Die heilige Lanze kommt bei der persischen EroberungJerusalems 614 nach Konstantinopel. Bald hernach verviel-fältigt sie sich: sie wird nun sowohl in Konstantinopel als inJerusalem verehrt und spielt in Antiochia auftauchend diebekannte Rolle auf dem ersten Kreuzzug. Seitdem ist siedas Palladium für das ideale Rittertum.

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