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1,1 (1925) Mittelalter
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Literatur und Kunst des Mittelalters

Besondere Vorliebe hegt der Dichter für die Beschreibungäußerer Gegenstände und seltsamer künstlicher Er-zeugnisse des Luxus.

Daß Waffen, Kleider, Jagdausrüstung, die Polsterkissen,der Bracke erwähnt und beschrieben werden, ward schongesagt. Aber der Dichter geht weiter: er zählt die Gerichteauf, die gegessen werden, das Backwerk, die Früchte, die Fische;er beschreibt die Mischung des Weins, den man trinkt. Erbeschreibt die kostbare Schale aus Nußholz, welche denBauersleuten ein vornehmer Herr geschenkt hat als Entgeltfür gastliche Aufnahme, die goldenen Schalen, aus denen manbei Hofe trinkt, die byzantinischen Goldmünzen, die unterden Königen ausgetauschten Geschenke, die Hochzeitsgabe,die als Botenlohn gegebenen Spenden, die Schmucksachenalles mit sachmäßigem Kunstverstand aufgezählt. Abernoch mehr: es erscheinen und gelten als wertvolle Geschenke:Maulesel, Waldesel, Löwen, Leoparden, Kamele, Affen, Meer-katzen, ein Luchs; vor allem aber dressierte Tiere, die sprechenoder Kunststücke machen können: Bären, die Gefäße hebenund aufrecht gehen, zur Musik tanzen, sich gegenseitig hucke-pack tragen, mit einander kämpfen und mit den Frauen tanzen.Ein abgerichteter Hund Ruodliebs frißt nur das, was manihm reicht, aber nicht, was zufällig vom Tisch fällt, und alsRuodlieb von seinen Knappen bestohlen ist, vermag er denDieb zu erkennen. Hier befinden wir uns bereits in der alt-bekannten märchenhaften Region der zoologischen Fabelei.Dazu stimmt, daß der Dichter ausländische Pflanzen (Mastix,Nußpfirsich), seltene Edelsteine {Ametist, berillus, iacintusund andere) nennt, daß er von buntfarbigen Edelsteinen er-zählt, welche man im Mai in Seemuscheln findet, die manmit Gold öffnet; von dem Edelstein ligurius, welcher aus den Ab-sonderungen des Luchses, der ein Bastard von Wolf und Fuchssei, hergestellt wird, von dem Kraut buglossa, aus dem manein starkes Getränk braue, von dem Menschen dennoch nie-mals trunken werden, während es Wölfe blind mache und Fischelähme, so daß sie nicht wieder untertauchen und sich fangenlassen. Er beruft sich dafür zum Teil auf Plinius, dessen Natur-geschichte aber nur ähnliches berichtet, und auf die Ärzte.

Seltsame Kunstwerke werden, unter den Geschenken,die Ruodlieb vom großen König erhält, beschrieben: ein Brust-