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1,1 (1925) Mittelalter
Entstehung
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119
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Die Entstehung des mittelalterlichen Romans 119

Der griechische Roman der jüngeren Sophisten seit dem2. Jahrhundert n. Chr. nimmt dies -willkommene Wundermotivauf: im Liebesroman des Antonius Diogenes z. B. steigt diefliehende Derkyllis bei den italischen Kimmeriern in denHades und unterrichtet sich genau über die Zustände darin.

Ein Jahrhundert später erscheint das Motiv ähnlichim christlichen Familienroman der pseudoclementinischenSchriften: Clemens will, um quälende Zweifel über die Zukunftnach dem Tode zu enden, nach Ägypten gehen und dort durcheinen Magier eine Seele aus der Unterwelt beschwören.

Diese Totenbeschwörung hat dann wieder ihre eigeneTradition: von den Geschichten des alten Testaments bis zuden grausigen Nekromantien der thessalischen Hexe bei Ovidund Lucan.

Um die Mitte des 2. Jahrhunderts konnte Kelsos in seinerStreitschrift gegen die neue Religion die christliche Lehrevon den Höllenstrafen vergleichen mit den Schreckbildernder Kathartik in den dionysischen Mysterien.

Auch die bildende Kunst tat seit Domitian alles, dieseübersinnlichen Vorstellungen der menschlichen Anschauungzugänglich zu machen. Asiatische Kulte wirken hier befruchtendund erzeugen wie es scheint durch das Medium der in Romwieder belebten durch und durch allegorischen altetruskischenKunst in ihrer Mischung mit alten mythologischen Typeneine zusammenhängende Bildersprache, wie sie sich dannin den römischen Katakombenbildern, in den frühchristlichenSarkophagreliefs fortentwickelt. Der Übergang in ein anderesLeben, das Glück oder die Qualen des künftigen Zustandswerden versinnlicht. Die Entführung der Proserpina in dasSchattenreich und ihre Wiederkehr in die Lichtregion; derTod und die Auferstehung des Adonis; Hercules als Besiegerder Unterwelt und des Todes; Tänze von Bacchanten, Mänaden,Satyrn als Bild der Freude der Seligen. Die altchristlicheMalerei in den Katakomben verwendet den Phönix, Amorund Psyche, Orpheus.

Eine charakteristische Spezialisierung der Vision ist dieliterarhistorische Vision.

Der Angelsachse Beda erzählt in seiner vielgelesenenund höchst wirksamen Kirchengeschichte außer vielen andernVisionen eine von dem Engländer Kädmon, der in Nord-