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1,1 (1925) Mittelalter
Entstehung
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115
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Die Entstehung des mittelalterlichen Romans H5

Die Legende vom heiligen Guthlac dreht sich ganzund gar um den Gegensatz zwischen der Hölle und ihren Geisternund dem himmlischen Jerusalem. Mit hohen Worten schildertder Dichter hymnenartig den Lohn der Frommen und dieVerworfenheit der teuflischen Dämonen; herrlich die Auf-erstehung Christi und die Hoffnung auf künftiges Leben.

Es ist eine Anachoretenlegende; Guthlac hat Reichtumund weltliches Leben aufgegeben und einen einsamen Ortim Gebirge aufgesucht, um dort ganz Gott zu leben. Aberhier hausten bisher die höllischen Dämonen, die sich durchihn gestört sehen und an seiner Frömmigkeit Ärgernis nehmen.Sie wollen ihn verführen. Engel und Teufel streiten um ihn.Aber er bleibt auf der guten Seite. Zunächst suchen die Dä-monen ihn durch Drohungen zu verscheuchen. Als er mutigWiderstand leistet, führen sie ihn durch die Lüfte, um durchverlockende Weltbilder der Sünde ihn zu verwirren. Als auchdies fehlschlägt, trachten sie seine innere Zuversicht zu unter-graben, durch Erregung von Kleinmut und Zweifel an sichselbst ihn zu brechen. Aber auch hier bleibt Guthlac klarund fest. Da bringt ein Bote Gottes, Bartholomaeus ihm Hilfeund Trost, und so darf er des Endes harren, bis er in GottesReich Wohnung findet. Eine Fortsetzung erzählt, wie Guthlacals heiliger Einsiedler sein Leben beendet: die Vögel speisend,Bedürftige, die von ihm Zuspruch suchen, aufrichtend. All-mählich naht Alter, Krankheit, und es kündigt der Tod sichan, den der Dichter dieser Fortsetzung ergreifend schildert.Dem einzigen Diener, der ihn danach fragt, gesteht Guthlacnun, wie allnächtlich ihm Gott zum Trost seinen Engel gesandthabe. Dann erlischt sein Leben: himmlischer Lichtglanz um-gibt das Haus; Engelscharen, Siegeslieder singend, daß dieFlur erbebt, die Wohnung mit Wonnedüften erfüllend, tragenseinen Leib empor. Von der Erscheinung geblendet eilt derDiener den letzten Willen des Sterbenden auszuführen undder Schwester die Trauerkunde, zu bringen, und in einem langenelegischen Botenbericht klingt das Gedicht aus, das an heroischerKraft und Erhabenheit seinesgleichen sucht.

In der nach mündlicher Überlieferung und lateinischerQuelle frei bearbeiteten Legende vom heiligen Guthlac ent-spricht der Kampf des einsamen Anachoreten in der Felsen-wüste gegen die verführenden Dämonen, die ihn durch die

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