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Literatur und Kunst des Mittelalters
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schlössen werden, wie in des Hieronymus völlig nach dem an-tiken Romanschema gefertigter vielgelesener Vita des heiligenPaulus von Theben, wo eine der obszoensten Situationen desApuleius so umgewendet ist. Oder es konnte auch das Liebes-leben voll ausgemalt werden, wenn nachher die christlichePeripetie in der Form der Reue, Ruße und Umkehr folgte.
Oder endlich es konnte aus dem Liebesmotiv ein Freund-schaftsmotiv entfaltet werden, wie in der genannten Paulus-vita des Hieronymus das wunderbare Zusammentreffen derbeiden heiligen Eremiten Paulus und Antonius auf der wunder-baren Felseninsel nach langer durch Gott gebotener Wanderungan das Wandern und Regegnen in der erotischen Robinsonadedes Antonius Diogenes erinnert, wo auf Refehl des GottesZamolxis Derkyllis die Fahrt nach der Insel Thule antritt,um dort den Dinias zum Geliebten zu bekommen.
Direkt oder indirekt durch Vermittlung der Ribelexegeseder Kirchenväter und Theologen, der Homilie, der Hymnendringen diese antiken, romanhaften und novellistischen Motiveaus der Legende in die mittelalterliche Epik. Und mit denMotiven die eigentümliche Einkleidung.
III.
Die altenglische geistliche Epik in ihrer reichen Entfaltungzeigt am deutlichsten, wie der alte nationale Erzählstil durchAufnehmen von stofflichen Elementen der christlichen undder paganen Antike, durch Anlehnung an eine literarischeTradition teils griechisch-römischen oder hellenistischen teilshebräischen Ursprungs sich zersetzt und romanhafte Züge sichaneignet. Rei dieser altenglischen christlichen Dichtung müssenwir deshalb noch etwas länger verweilen und ihre Motive ein-gehender betrachten.
Der Fall der Engel und Luzifers, die Höllenfahrt Christizur Refreiung der Altväter, der Kampf der Engel und Teufelum die Seele nach dem Tode, der Aufenthalt der Seelen indem freundlichen und unfreundlichen Teil der Unterwelt,die Aufrichtung des Kreuzes, der Kampf des Elias mit demAntichrist, das jüngste Gericht, die Hölle der Verdammten,das himmlische Reich der Erlösten — das sind wiederkehrendeMotive der altenglischen Epik, die auch im althochdeutschenGedicht 'Muspilli' sowie bei Otfrid und im 'Heliand' mehr oder