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1,1 (1925) Mittelalter
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Exkurse

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stellenweise auch geradezu die Judenchristen im Gegensatz zu denHeidenchristen. Über die sonstige Entwicklung dieses Personifikations-paares und ihre Rolle in der Liturgie, Kunst, Dichtung und Predigtdes Mittelalters vgl. Paul Weber, Geistliches Schauspiel und kirchlicheKunst in ihrem Verhältnis erläutert an einer Ikonographie der Kircheund Synagoge, Stuttgart, Paul Neff, 1894.

7. Zu Seite 67 Anm. 2. Augustin De civ. Dei XVII, 20 (Ende):lam vero canticum canticorum spiritalis quaedam sanctarum est voluptasmentium in coniugio illius regis et reginae civitatis, quod est Christus etecclesia. Sed haec voluptas allegoricis tegminibus involuta est, ut desidereturardentius nudeturque iucundius, et appareat sponsus, cui dicitur in eodemcantico: Aequitas dilexit te, et sponsa, quae ibi audit: Caritas indeliciis tuis. Die Septuaginta setzt am Schluß von Cant. 1, 4 [= Vul-gata 1, 3] hinzu: eixhhrjg rjyctJirjai o~e, die Vulgata gibt das wieder durchRecti diligunt te. Luther: 'Die Frommen lieben dich'. Ebenso lautetCant. 7, 6 in der Septuaginta: zL woacw&rjs, Aal xL fidvv-frrjg äyürtrjev ZQvcpalg aov t dagegen in der Vulgata Quam pulchra es et quam decora,carissima in deliciis\ Beidemal bleibt die Vulgata im Bereich realerPersonen. Luther: 'Wie schön und lieblich bist du, du Liebe in Woll-lüsten I'

8. Zu S. 94 Anm. 1. In dem anonymen, von Paul von Stetten,dem quellenkundigen Verfasser der 'Kunst-, Gewerbe- und Handwerks-geschichte der Reichsstadt Augsburg' (Allg. Dtsch. Biogr. 36, S. 127f.)herrührenden Buch 'Briefe eines Frauenzimmers aus dem fünfzehntenJahrhundert, nach alten Urschriften', Augsburg 1777 (Neudruck S. 25)steht folgende Anspielung auf das alte Motiv:Die Ritter gehen alleTage noch vorbey und kommen in die Kirche wo ich bin, und begleitenmich heim, kommt mir aber keiner ins Hauß. Muß oft fast darüberlachen, und könnt ich wohl mit Hand bieten, Fußtretten und Anlachensie alle drey zu Narren machen, das ich nicht thun will, auch wider dieErbarkeit war." Man ersieht daraus, daß der Briefschreiberin nochganz die ursprüngliche Bedeutung der symbolischen Szene, die Charakte-ristik buhlerischer Kunst, lebendig war. Und endlich nachtragsweiseaus neuester Zeit ein ergötzliches Stücklein zum lustigen Beschluß.In der (Wiener) Neuen Freien Presse vom 15. März 1898 Nr. 12054, S. 5wird ein Wohltätigkeitsfest des Wiener Touring-Klubs zugunsten seinesStraßenbaufonds im Etablissement Ronacher beschrieben, das dortam 14. März vor der Elite der Wiener Gesellschaft stattfand. Erst nachMitternacht ging es zureigentlichen Piece de resistance des Abends",zur Velodramatischen Revue des Jahres 1897," die Gestalten und Er-eignisse in tollem Kunterbunt auf die Bühne brachte. Ein fremderSportsmann ist nach Wien gekommen, um Wiener Leben zu studieren.Gegen Schluß seiner Erlebnisse treten auch die politischen ParteienÖsterreichs in persönlichen Verkörperungen auf: ein Kellner der nachBrot und Sodawasser ruft, ein polnisches Stubenmädchen, eine böhmischeKöchin, eine fromme Sennerin formulieren ihre Forderungen, welchevon einem Equilibristen mit Gelassenheit entgegengenommen werden.(Die ursprünglich projektierte Badeni-Maske war verboten worden".)

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