Exkurse
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und Mond, dem alle Könige und Völker huldigen werden; und mitPsalm 18, (19) 6, wo Gott erscheint als Herr des Sonnen-Zeltes und alsBräutigam, der aus dem Hochzeitsgemach hervorschreitet wie ein Heldfrohlockend im Siegeslauf, gab Psalm 44 (45) recht eigentlich die Grund-lage für die messianische Deutung des Hohenliedes. Dabei wirktenAugustins Enarrationes in psalmos, einzelne seiner Sermone und Decwitato Dei XVII 8. 16. 20 bestimmend. In jenem 44. Psalm vor allemhatte man die Lobpreisung der körperlichen Schönheit eines königlichenBräutigams (V. 3. 5), seiner Macht und Heldenhaftigkeit (V. 4. 6),seines göttlichen Throns (V. 7); hier duften ihm Wohlgerüche ausElfenbeinpalästen, in denen ihn Königstöchter erfreuen; hier steht zuseiner Rechten in golddurchwirktem Kleid die Braut, eine fremdeKönigstochter, als ihr Geleit nahen in Jubel und Frohlocken Jungfrauendem Bräutigam-König, der sich nach der Schönheit seiner Braut sehnt —Situation und Stimmung ganz wie im Hohenlied. Und schon der Hebräer-brief 1, 8 deutete diesen Bräutigam-König und seinen Thron auf Christus.In diese epithalamische Gleichnisrede stimmt dann nach den Evan-gelien auch Jesus ein. Er nennt sich in seinem Verhältnis zu seinenJüngern den Bräutigam, ohne allerdings auszusprechen, wer die Brautsei: sein Zusammensein mit den Jüngern ist ihm die Freundschaft desBräutigams mit den Hochzeitsgästen; die Hochzeit also bezeichnet hierdie gegenwärtige, irdische Gemeinschaft Jesu und seiner Jünger, nichtdie überirdische in der Zukunft: Marc. 9, 15; Matth. 9, 15; Luc. 5, 33ff.Im vierten Evangelium wird dasselbe Bild dem Täufer Johannes inden Mund gelegt (Joh. 3, 28f.), der dadurch Christus als den Bräutigam,sich selbst als den Freund des Bräutigams hinstellt. Das Himmelreich,das Gott seinen Gläubigen durch seinen Sohn zuwendet, vergleichtJesus in einer Parabel dem Hochzeitsmahl, das ein König für seinenSohn ausrüstet und zu dem er, da die Geladenen nicht kommen wollen,von den Straßen Gäste herbeiholen läßt (Matth. 22, 1—14). In einerandern Parabel vergleicht Jesus das Nahen des Himmelreichs, alsoseiner bevorstehenden Parusie, der unberechenbaren nächtlichen Heim-kehr des Bräutigams von der Hochzeit: Luc. 12, 35—40 mahnt er,diesen Bräutigam mit Wachsamkeit und Bereitschaft, mit brennendenLampen zu erwarten. Dagegen in dem Gleichnis von den klugen undtörichten Jungfrauen (Matth. 25, 1—13) wird das erwartete und danndoch unvorhergesehen eintretende Nahen des Himmelreichs, d. h. dieWiederkunft Christi, gleichgestellt der späten überraschenden Ankunftdes Bräutigams, den die zehn Jungfrauen mit ihren Lampen nachtserst zum Hochzeitsfest geleiten sollen: hier steht die Hochzeit also bevoroder dauert noch, und die Situation des Gleichnisses scheint sich zudecken mit der, die im Hochzeitspsalm 44, 15. 16 vorgeführt wird, wozum königlichen Bräutigam bei dem Vermählungsfest sich Jungfrauenals Geleit gesellen.
Das Verhältnis der jungen Christengemeinde zu ihrem Herrn,Christus, stellt dann der Apostel Paulus aus der gleichen Traditionheraus als Verlöbnis dar einer reinen Jungfrau mit Christus (2. Cor. 11,2f.). Und er führt das alte Bild noch weiter, wenn er die Ehe zwischen
Burdach, Vorspiel. 7
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