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Literatur und Kunst des Mittelalters
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Vorgeschichte haben. Die berühmte Geschichte von 'Amorund Psyche' in des Apuleius 'Goldenem Esel' enthält einesder bezeichnendsten Beispiele dafür.
Diese Beschreibungen von wunderbaren Kunstwerkenwurden vom mittelalterlichen Kunstbewußtsein, namentlichvon den deutschen Dichtern des zwölften und dreizehntenJahrhunderts als hochmodern empfunden. Und doch sind sieein uraltes stiltheoretisches Petrefakt, allerdings von vor-nehmster Abkunft. Haben sie doch ihren Ursprung in HomersBeschreibungen des Schilds des Achilleus (Ilias XVIII 478—608),des märchenhaften Palastes und Gartens des PhäakenkönigsAlkinoos (Odyssee 7, 84—132), der vom quellendurchrauschtenHain umgebenen Grotte der Kalypso (Od. 5, 57—77). DurchHomers Beispiel und dessen Nachahmungen, namentlich durchhellenistische Dichtung und Theorie ließen sich dann diegroßen römischen Dichter zu ihren Beschreibungen anregen,die dem Mittelalter ein niemals ganz vergessenes Vorbild waren:Vergil und Ovid. Voran steht natürlich die Beschreibung desdem Aeneas auf Bitte seiner Mutter Venus von Vulkan ge-schmiedeten Schildes, der Borns Zukunft prophetisch vergegen-wärtigt (Aeneis VIII 626—728). Mehr aber als diese Erfindungnational-italischer Geschichtsphilosophie, die ihren vollen Beizerst wieder in der italienischen Benaissance des vierzehntenJahrhunderts entfaltete, haben den Vorlagen und Anleitungender mittelalterlichen Dichter andere unpolitische Beschrei-bungen als Muster gedient: die Schilderung der Wandbilderoder des Belieffrieses im Tempel zu Carthago (Aen. I 446ff.),der von Dädalus herrührenden Verzierung an der Tür desApollotempels zu Cumae (VI 20ff.), des mit Bildern ge-schmückten Mischkrugs (V 535 ff.; IX 266) oder eines Becher-paars mit bildlichen Darstellungen (Eclog. III 36 ff. nachTheokrits Idylle I 27 ff.) oder der als Kampf spielpreis ver-liehenen Chlamys mit der eingewirkten Entführung Ganymeds(Aen. V 250ff.). Von Ovid konnte man zu Bäte ziehen dieBeschreibung des Beliefs an den Türflügeln der Sonnenburg(Metamorph. II 5ff.) und auf einem Mischkrug (XIII -€80ff.),auch die mythologischen Gemälde zweier kunstvollen Gewebe(VI 70ff. 103).
Auch die Personifikationen gehn als bewußt ge-brauchtes Ornament des künstlerischen Stils zurück auf Homer