Nachwort and Ausblick
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grande nation, die an der Spitze der Zivilisation marschiere.Um kein Haar vernünftiger ist es, wenn jetzt bei uns eine phan-tastische Lehre sich breit macht, die mit den luftigsten Gründenallen europäischen und außereuropäischen Stämmen außer dengermanischen die Fähigkeit schöpferischer Kultur abspricht undalles Große, Fruchtbare, Dauernde, das jemals von Menschengeleistet wurde, als germanisches Verdienst betrachtet, die denItalienern ihren Dante, Petrarca, Lionardo, denFranzosen ihrenRabelais und Moliere nimmt und sie für Kinder germanischenBluts erklärt, die auch die hellenische Herrlichkeit und selbstdas Wirken des Juden Jesus auf Gott weiß was für blondhaarigeherrenschädelige Germanenbeimischung zurückführt! Mankönnte sie verlachen, diese Träume. Aber sie sind eine offen-kundige Weltgefahr, und welchen Schaden sie der Ehre desdeutschen Namens zufügen, welchen begreiflichen und berech-tigten Hohn und Haß sie bei allen Völkern der Erde gegen unserregen, läßt sich gar nicht absehen. Die Erfinder und Ver-breiter dieses Dogmas vom auserwählten Kulturvolk dünkensich Apostel des nationalen deutschen Evangeliums und Schatz-gräber des versunkenen nationalen Charakters. In Wahrheitaber kann man nichts aussinnen, das den tiefen undedlen Gedanken unserer Großen, eines Leibniz etwa oderGoethe, schroffer widerspräche, das weiter abstünde vonechter Germanenkraft und Germanengerechtigkeit. Denn dieachtet an jedem aufrechten Lebensgenossen, auch am Feinde,die fremde Art.
Nein! der nationale Charakter Deutschlands, er istnoch nicht in die Höhe gerückt. Er ruht noch fern von uns in derTiefe. Soll aber darum die Schule, die wir erhoffen, warten, biser emporsteigt?
Bedräuliches Gewirr unversöhnter Gegensätze, erbitterterHader wirklicher und vermeintlicher Widersacher, gehässigerZwist der sich nahe stehenden Freunde — dies ist das Zeichen,unter dem unser Vaterland heute seinen geschichtlichen Wegfortsetzen soll. Ist es da nicht die Pflicht des Gymnasiums, sichauf sich selbst zu besinnen und eine Stätte zu werden der Übungund Kräftigung aller großen und edlen Anlagen, die in unsererNation liegen? Hat nicht der deutsche Unterricht schon jetztden Beruf, Führer zu sein zur nationalen Eintracht, zurGerechtigkeit und Wahrhaftigkeit, zur Treue gegen