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Richtlinien
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Kreise des literarisch und künstlerisch gebildeten Laientumsfernhält.
Dies alles möchte hingehen, bestünde nur in der nationalenGrundfrage, wenn auch nicht Einigkeit, doch wenigstens unterden widerstrebenden Meinungen eine gegenseitige Achtung oderallermindestens ein ehrlicher Kampf. Doch will ich von diesenGegensätzen und den Mitteln, mit denen ihre Vertreter widereinander streiten, schweigen. Sie erfüllen jeden aufrichtigenFreund der nationalen Wohlfahrt mit Grauen. Nur eins —und dies ist das allerbedrückendste! — muß ich aussprechen:auch den Kreis der in der Hauptsache Gleichgesinnten, den Kreisderer, die in der vollen, freien Entfaltung unserer heimischenArt das höchste Ideal und die erhabenste Aufgabe sehen, trenntvon einander innere Feindseligkeit. Ich schreibe diese Zeilen,weil ich mein Leben im allerstrengsten Sinn des Worts aus-schließlich und unablässig in den Dienst einer Wissenschaft ge-stellt habe, die das Wesen und die Geschichte der deutschenVolksart ergründen will. Seit fünfunddreißig Jahren habe ichmich redlich bemüht, weil mein Herz am deutschen Vaterlandehängt, den weiten Weg seiner sprachlichen Entwicklung, dieein Spiegelbild ist seiner Kultur und seiner geistigen Geschichte,aufzudecken und dadurch der Zukunft unserer Bildung vor-zuarbeiten. Trotzdem muß ich darauf gefaßt sein, daß von denLesern dieser Zeitschrift viele, denen gleich mir die Andachtvor der Herrlichkeit unserer Sprache die Seele bewegt, undderen Aufmerksamkeit und Zustimmung mir für diese Zeilenvor allem erwünscht sein müßte, meine Betrachtung voll Ent-rüstung ungelesen beiseite werfen, sobald ihr Auge auf das ersteFremdwort fiel. Habe ich es doch soeben erlebt, daß man michundeutsch und pflichtvergessen schilt, weil ich, indem ich denUrsprung und die Geschichte der neuhochdeutschen Schrift-sprache darzustellen unternahm, auch die Zeit der sprach-lichen Fremdherschaft, des Begiments lateinischer Sprachkunst,die vom 14. bis ins 18. Jahrhundert reicht, eingehend erforschtund beleuchtet, weil ich es gewagt habe, diej enigen lateinischenTexte kritisch herauszugeben, von denen nach dem Ergebnismeiner Forschung jene oben erörterte Einwirkung des latei-nischen Stils und Satzbaues ihren Anfang nahm.
Eben hat Hans Delbrück, ein so guter Patriot unddeutschgesinnter Schriftsteller wie nur je einer gelebt hat,