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1,1 (1925) Mittelalter
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Buch darüber schreiben. Schlimm ist auch die zunehmendeinnere Entzweiung der führenden Stände. Die Kreise der prak-tischen Tätigkeit stehen mit wachsendem Unverständnis unddaher nicht selten mit Geringschätzung der rein geistigen Arbeitgegenüber. Und was eine nicht minder schwere Gefahr herauf-führt: die alte Einheit der Geistesarbeiter selbst, das Bündnisvon Kunst und Wissenschaft geht in die Brüche. "Wer wachenOhrs auf die Stimmen achtet, die aus dem Dickicht der Tages-presse und aus dem Ozean jener Zeitschriften, die der modernenKunstbewegung Bahn brechen wollen, aber auch aus gelegent-lichen Äußerungen wie aus Aufsätzen und Büchern namhafterKünstler und Schriftsteller Tag für Tag über unsere Geistes-wissenschaft laut werden, muß wirklich fürchten, MephistosBatVerachte nur Vernunft und Wissenschaft" würde in denFaust-Naturen dieser modernen deutschen Kunst kein Gegen-gewicht finden. Weltanschauung und Partei macht da keinenUnterschied: die im Künstlerischen, Beligiösen, Politischenweit voneinander stehen, sich wohl gar schroff bekämpfenin der Unkenntnis und Verachtung der geschichtlich-philo-logischen Wissenschaft und in ihrer Verwerfung sind sie einig.Ein unerträglicher Zug von Unsachlichkeit, von überheblichemSubjektivismus, von einem dünkelhaft leeren Kultus des Wortsund der Gebärde, der Form und des Ornaments geht durchdie Beihen des literarisch-künstlerischen Nachwuchses, nament-lich der mittleren Generation. Neben einem Bildungshungerohnegleichen, der unser Volk, Frauen und Männer fast allerSchichten, in einer nahezu krankhaften Stärke durchwühlt,gewahrt man, wie unangefochten und ohne Scheu Dilettantismusund Halbwissen lehrend stolzieren und Massen gläubiger Hörerbestricken.

Kein Thema aus dem weiten Bereich der Geisteswissen-schaften, das heute nicht von grünen Priestern der vermeint-lichen künstlerischen Kultur in Essais und Aphorismen behandeltwürde: erhaben über einer Durchdringung des Stoffs und einerKritik der Quellen, frei von Bücksicht auf die Bemühungenwissenschaftlicher Vorgänger, einzig der Kraft ihrer Sehergabevertrauend, suchen sie in dem orakelhaften Stil, dem vor allemdie persönliche Note" eignen muß, weniger den Weg zur Wahr-heit als die Verblüffung der Leser. Alle verlockt von dem un-seligen Irrlicht des Übermenschentums, das gerade die kräftigsten