Lieder ein Scherflein zu wohltätigen, gemeinnützigen oder patriotischen Zweckenbeizusteuern. Seine Dirigenten in letzter Zeit waren die Herren Rebbert, Mentzen,Wilms, Berger und Zey.
Der Lehrer-Gesang-Verein machte sich hauptsächlich um die Pflegedes Volksliedes verdient, das er zum Teil auch in Volkskonzerten einem größerenPublikum dargeboten hat. Außerdem veranstaltete er mit dem befreundeten Ruhr-orter Lehrer-Gesang-Verein während der letzten Jahre 2 Konzerte größeren Stilsmit A. Krugs „Fingal", bezw. Hegars „Graf Douglas". Ein ganz besonderes Ver-dienst aber erwarben sich „Frohsinn" und Lehrer-Gesang-Verein dadurch, daß siedem Gesangverein in der Aufführung großer, zum Teil doppelchöriger Werke mit-wirkend zur Seite standen.
Nun verdienen noch einige Söhne unserer Stadt ehrenvolle Erwähnung.
Die Familie Kufferath: a) Joh. Herrn. Kufferath, geb. 1797 zuMülheim-Ruhr, gest. 1864 in Wiesbaden, trefflicher Violinist, Musikdirektor in Bielefeldund Utrecht, komponierte mehrere Festeantaten, Ouvertüren, Motetten und gab eineGesangschule (preisgekrönt) heraus;
b) Louis Kufferath, Bruder des vorigen, geb. 1811 in Mülheim-Ruhr,gest. 1882 in Brüssel, Pianist, Direktor der Musikschule in Leeuwarden, war von1850 an in Gent ansässig, komponierte eine Messe, 250 Kanons, eine Cantate etc.;
c) Hubert Ferdinand Kufferath, geb. 1818 in Mülheim-Ruhr, gest. 1896in Brüssel, Bruder und Schüler der beiden vorigen, war 1841—44 Dirigent desMänner-Gesang-Vereins zu Köln, ließ sich 1844 in Brüssel nieder und wurde 1871Professor am Konservatorium daselbst. Er veröffentlichte eine Sinfonie, ein Quartett,Trio, Gesänge und Klavierstücke;
d) Wilh. Kufferath, Cellist, spielte wiederholtin hiesigen Konzerten und wirkt nun als Solo-Cellistder Hofkapelle in Oldenburg;
e) Heinrich Kufferath (1807—82) lebte undwirkte in Mülheim, war im Jahre 1851 Mitbegründerund Dirigent des „Frohsinn", legte aber schon 1853wegen Überbürdung das Dirigentenamt nieder. Erwar Lehrer August Bungerts.
August Bungert, geboren 14. März 1846 inMülheim-Ruhr, studierte in Köln bei Hiller und in Parisbei dem Chopinschüler Mathias. Die Pariser Zeit warreich an Entbehrungen, aber der Kunstjünger ließ denMut nicht sinken, arbeitete rastlos, sodaß er einigeMale mit großem Erfolge als Pianist auftreten konnte.Doch es lag ihm fern, Virtuose zu werden, sein innererDrang führte ihn vielmehr zum Wirken als schaffenderTonsetzer. Dazu kam noch eine beträchtliche dichterischeBegabung, die ihm die Möglichkeit gewährte, die beidenSchwesterkünste Poesie und Musik, nach Wagnersgroßem Vorbilde, zu vereinigen. Zum Abschluß seiner kontrapunktischen Studienbegab er sich, nachdem er in Kreuznach die Praxis kennen gelernt hatte, zuFriedrich Kiel und trat auch mit Lißt in Beziehungen. Von besondererBedeutung für ihn war die Bekanntschaft mit der gekrönten Dichterin CarmenSylva, in deren Gesellschaft er die mannigfachsten künstlerischen Anregungen
August Bungert.
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