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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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| in bedeutungsvolles Jahrhundert hat mit raschem Fluge MülheimsFluren gestreift. Die rauhe Hand Napoleons sprengte die Fesseln derdeutschen Kleinstaaterei, in die auch unsere Heimat so lange Zeiteingeengt war, und erhob das betriebsame Dorf zur Stadt; dieNeugestaltung Deutschlands in den Freiheitskriegen führte Mülheimbald darauf der Krone Preußen zu, unter deren mächtigem Schutzees erstarken und gedeihen konnte. Fast alle Zweige des Handels und Gewerbeshaben seitdem hier festen Fuß gefaßt. Rauchende Schlote und tönende Hämmerverkünden schon von weitem das Getriebe der Großindustrie, und Handel undSchiffahrt tragen Mülheims Namen in weite Fernen hinaus. Die Stadt selbst hatdurch Straßen- und Häuserbauten ein völlig neues Gepräge erhalten, und wiederstehen wir vor gewaltigen Projekten, die von den großzügigen Gesichtspunkten derStadtverwaltung Zeugnis legen.

Heute, nach hundert Jahren städtischer Entwicklung, lohnt es sich wohl, denBlick zurückzuwenden, und gerne hat der Geschichtsverein den Versuch gewagt,diesen bedeutsamen Abschnitt der Mülheimer Geschichte auf den folgenden Blätternfestzuhalten und Stadt und Bürgerschaft zur Jubelfeier darzubringen.

Und nun noch ein paar Worte über die Anlage unserer Denkschrift. IhreAnordnung geht aus der umstehenden ausführlichen Inhaltsübersicht hervor. Umdie Ereignisse der letzten hundert Jahre verstehen zu können, bedurfte es einesEingehens auf die früheren Verhältnisse, wie dies hinsichtlich der politischen Ent-wicklung nach einem Entwurf von Herrn Archivdirektor Dr. Ilgen in denGrund-lagen", hinsichtlich der einzelnen Zweige des geistigen und wirtschaftlichen Lebensauf den ersten Seiten der betreffenden Abschnitte geschehen ist. Beigegeben habenwir dem Buche außer den Beilagen, auf die im Texte verwiesen ist, ein Verzeichnisder bekanntesten erwähnten Persönlichkeiten, ein Firmen- und ein Sachverzeichnis.Vor allem aber bleibt uns hier noch die Pflicht, unseren zahlreichen Mitarbeitern,von denen hier nur die Verfasser größerer Abschnitte genannt werden mögen,herzlichst zu danken:

Herrn Archivrat Dr. Redlich (Grundlagen der politischen Geschichte),

Herrn Privatdocent Dr. Hashagen (Zeiten der Fremdherrschaft),

Herrn Pfarrer Dr. Richter(Kirchl.Verhältnisse: ältesteZeitund evang. Gemeinden),

Herrn Rendant Josef Bernhard (Katholische Pfarrgemeinde Mülheim),

Herrn Otto Kaiser (Jüdische Gemeinde),

Herrn Fritz Schmidt (Volksschulen),

Herrn Prof. Dr. Scheifers (Gymnasium, Realschule),

Herrn Direktor Meyer (Luisenschule),

Herrn Julius Leverkus (Wirtschaftliche Verhältnisse),

Herrn Rektor Kiewer (Baukunst, Literatur),

Herrn Musikdirektor Diehl (Musik) und

Herrn Dr. Münker für die Redaktion des Ganzen.

Mülheim -Ruhr, den 18. Februar 1908.

Der Geschichtsverein.