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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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der instrumentale Faktor bei den Gesangvereins-Konzerten. Von den mitwirkendenSolisten seien besonders hervorgehoben: die Damen Therese Behr, M. Crämer-Schleger, Wally Schauseil, Joh. Dietz; die Herren Sauret, Pinks, Sistermanns,Rogmans, Kaufung. Auf Dr. Steinitzer folgte im Jahre 1901

Karl Diehl, der es sich zur Aufgabe stellte, neben dem bewährten Altenauch solchen Werken moderner Meister in seinen Programmen Aufnahme zugewähren, über deren Wert ein Zweifel nicht mehr obwaltet. So gelangten vonneuen und neueren Werken zur Aufführung: Cornelius: Barbier von Bagdad,Berlioz: Faust's Vedammung, Lißzt: Heilige Elisabeth, 13. Psalm, Faust-Sinfonie,les Pr61udes, Tasso und Orpheus, Schillings: Hexenlied, Strauß: Tod und Verklärung,Don Juan, Wanderers Sturmlied, Hugo Wolf: ital. Serenade, Sinfonieen v. Qlazounowund Tschaikowsky, Requiem v. Verdi. Der 150 jährige Geburtstag Mozart's wurdedurch eine Aufführung seiner C-Moll Messe gefeiert. Das Jahr 1902 brachte eineneue und segensreiche Einrichtung: diejenige der Volkskonzerte. Eine Subventionseitens der Stadt legte dem G.-V. die Verpflichtung auf, alljährlich ein populäresOratorium zu billigem Eintrittspreise zu wiederholen. So wurden Schöpfung, Matthäus-Passion, Jahreszeiten, Elias und Messias als Volkskonzerte dargeboten. Daß dieseEinrichtung einem Bedürfnis entgegenkam, beweist der Umstand, daß auch nichtein einziges Mal der Saal die anströmende Menschenmenge zu fassen vermochte,und der Inhaber des Lokals sogar einmal wegen Überfüllung desselben mit einemerheblichen, von 2 Gerichts-Instanzen bestätigten Strafmandat überrascht wurde. Dieim Jahre 1906 beschlossene Vermehrung der Abonn.-Konzerte von 4 auf 5, fernerdas Engagement erstklassiger Solisten (Pauer, Backhaus, d'Albert, Marteau, FelixKraus und Frau, Messchaert, Frau Fleischer-Edel, M. Philippi, E. Rückbeil-Hiller)sowie die Verstärkung des Orchesters stellten den Verein vor immer größere Auf-gaben und Ausgaben, und hier muß rühmend und dankend hervorgehoben werden,daß sich, wie auch schon in früheren Jahren, eine Zahl kunstliebender Gönner fand,die sich wohl bewußt waren, daß nicht nurAdel" verpflichtet, sondern auch Besitzund Position, und daß die Musik ein Kulturfaktor ist, an dem man, wie man sichauch persönlich dazu stellen mag, nicht achtlos vorübergehen kann. Neben denGesangvereins-Konzerten bildeten von jeher die Kammermusik-Ab ende eineQuelle musikalischer Genüsse. Außer den Musikdirektoren sind als Ausführendezu erwähnen: Sauret, Kufferath, J., H. und W. Allekotte, das Florentiner Quartett,Schubert, Dechert, Hugo Becker, Karl Friedberg, das Rose-, das Halir- und dasGürzenich-Quartett.

Als 3. Faktor im öffentlichen Musikleben verdient seit 1899 die Kapelledes 159. Inf.-Regts. durch die zuerst unter Kapellmeister Beer, dann unterKapellmeister Latsch veranstalteten Sinfoniekonzerte genannt zu werden.

Auch der Männergesang steht in Mülheim in Blüte; von leistungs-fähigen Vereinen wären zu nennen: Frohsinn, Lehrer-G.-V., Sängerbund, Cäcilia,Harmonie, das Cornelius'sche Doppel-Quartett etc. Namentlich ist es der 1852gegründeteFrohsinn", der durch unermüdliches Arbeiten und treue Hingebungsich aus kleinen Anfängen zu einem leistungsfähigen, sehr geachteten Männerchorherangebildet hat, und der im Jahre 1902 unter großer Beteiligung des Publikumsaller Kreise sein 50jähriges Jubiläum feiern konnte. In seinen Programmen lesenwir u. a.: HegarsTotenvolk", BrambachsFrühling" undDer Lenz", BruchsFrithjofs-Sage", Ernst HeusersHünengräber". Neben der jährlichen Veranstaltungzweier Konzerte blieb derFrohsinn" auch nicht zurück, wenn es galt, durch seine

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