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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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Militärwesen.

fs|)n militärischer Beziehung ist von Mülheim nur wenig zu berichten,ist seine Eigenschaft als Qarnisonstadt doch auch noch jungenDatums. Wie bereits in dem politisch-geschichtlichen Teil diesesBuches erwähnt worden, haben in früheren Jahrhunderten mehrfachblutige Kämpfe auf Mülheimer Boden sich abgespielt, und zwarzwischen spanischen Truppen und dem Grafen von Broich, sowieSpaniern und Niederländern. Auch von den Leiden des dreißigjährigen Kriegessowie denen der Befreiungskriege ist Mülheim nicht verschont geblieben. Wenn esauch nicht der Schauplatz von Kämpfen war, entging es doch nicht hohen Kontributionenund schwer auf ihm lastender Einquartierung von Freund und Feind.

Anfangs des 19. Jahrhunderts wurde zum ersten Male eine militärischenZwecken dienende Anlage auf Grund und Boden der damals und auch jetzt wiederzu Mülheim gehörenden Gemeinde Saarn errichtet. Es wurde nämlich das alteSaarner Kloster in eine Gewehrfabrik umgewandelt. Die Anlegung dieserGewehrfabrik wurde durch A. K. O. vom 6. Januar 1815 verfügt. Zunächst war unterdem 23. Dezember 1814 zwischen dem Kgl. Kriegsministerium und dem Gewehr-fabrikanten Trenelle, damals in Magdeburg wohnhaft, ein Vertrag zustande gekommen,inhaltsdessen diesem die Abnahme von 25000 Infanterie-Gewehren zugesichert wurde.Anfang April 1815 wurde der Betrieb der Trenelle'schen Fabrik aufgenommen mitder Verpflichtung, jährlich wenigstens 5000 Stück zu liefern*). Zufolge A. K. O.vom2. Dezember 1840 trat dann die Verstaatlichung des bis dahin Trenelle'schen Privat-betriebes ein. Der Betrieb derKöniglich Preußischen Gewehrfabrik" bestand inSaarn bis zum Jahre 1862. Am 28. September dieses Jahres wurde sie nach Erfurt verlegt.Im Jahre 1867 wurde infolge anderer Einteilung der Landwehrbezirke dasbisher zum 4. Westf. Landw.-Regt. No. 17 gehörige Bataillon Wesel, dem die KompagnieMülheim untergeordnet war, dem 5. Westf. Landw.-Regt. No. 53 zugeteilt, und ausStadt- und Landgemeinde Mülheim ein besonderer fünfter Kompagniebezirk gebildet.Die Folge dieser Neuordnung war, daß mit dem 1. Januar 1868 ein Bezirksfeldwebelin Mülheim stationiert wurde. Mülheim hatte also damit seinen ersten aktivenmilitärischen Einwohner. Die erste ständige Garnison aber, wenn auch eine sehrkleine, erhielt Mülheim am 1. Januar 1889, als das Kommando des Landwehrbataillons-bezirks Wesel nach Mülheim verlegt wurde. Untergebracht wurde das Bezirks-kommando zunächst in der früheren katholischen Mädchenschule Ecke Muhrenkamp

l ) Nach Saarn sind 1815 auch die Reste der Kaiserlichen Qewehrfabrik zu Essen, späterenGroßherzoglichen Gewehr-Manufaktur gekommen.

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