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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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DAS SCHULWESEN.

I. Die Volksschulen.

|ann die erste Elementarschule in unserem Orte gegründet wurde, istunbekannt. Die ältesten Nachrichten stammen aus dem 17. Jahrhundert.So beklagen einmal im Jahre 1611 die Mülheimer den jämmerlichenStand ihrer Schulen; in demselben Jahre erscheint unter den MülheimerKirchenältesten einMeister" Adam Romswinkel. Erst nach dem30jährigen Kriege finden sich dann einige weitere Notizen in denKirchenbüchern der reformierten Gemeinde. Hiernach waren in dem Dorfe Mülheim2 Lehier angestellt, die in demselben Lehrzimmer unterrichteten. Wo dieses Lehrlokalgelegen hat, ist mit Sicherheit nicht nachzuweisen. Im Jahre 1664 machte manAnstalten zum Bau einer Schule, wahrscheinlich des an der großen Kirchtreppegelegenen,die alte Schule" genannten Hauses.*) Eine Lehrerwohnung war damals nochnicht vorhanden. In einer Sitzung des Kirchenrates im Jahre 1666 wurde hierüberverhandelt und dabei die Bemerkung gemacht, daß man für 8 Reichstaler eine anständigeWohnung mieten könne. Die ersten Lehrerwohnungen befanden sich auf der Teirier-straße. Wann dieselben erbaut wurden, ist nicht genau zu bestimmen, wahrscheinlichEnde des 17. Jahrhunderts. Es wurde nämlich im August 1690 im Kirchenrat fürnötig erachtet, daß eine Lehrerwohnung erbaut werde, damit manvon der kost-baren Hausheuer" abkomme. Die lutherische Gemeinde besaß um 1684 in PaulJohann Eichelberg ihren nachweislich ersten Lehrer. In einem Protokolle derreformierten Gemeinde vom Jahre 1698 heißt es, daß ein lutherischer Mann, namensPeter Stachelhaus, eine Schule angefangen habe, die man indes nicht als rechtmäßiganerkennen könne. Es wurde ihm deshalb das Schulhalten untersagt. Ebenso wenigbestand hier damals eine katholische Schule.

Das Jahr 1784 brachte mehrere Schulneubauten: Auf dem Schlüterschen Erbe(später Haustadt's Besitz) an dem alten reformierten Kirchhof wurde eine Schulemit zwei Lehrzimmern erbaut; ferner erstand eine Schule in Styrum und dasKatechesantenhaus am Mülheimer Scharpenberg. 1795 mußte bereits dies letztere,nur für Knaben bestimmte Schulzimmer durch Anbau vergrößert werden. Für dieKinder der lutherischen Gemeinde errichtete man 1793 in dem neuen Hause nebender Kirche eine Schulklasse, die mit der Lehrerwohnung verbunden war. Die erste

*) In dem Hause war später das Spielwarengechäft von Fr. Schröder. Heute ist ein Neubaudort errichtet, der Geschäftsräume der Firma E. Jäger enthält.

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