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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
Seite
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anderer auswärtiger musikalischer Kräfte" u. a. die Aufführung von Beethovens9. Sinfonie statt. Das Jahr

1874 bringt uns eine neue Auflage der Statuten. Zur Bewältigung der Vereins-geschäfte sind jetzt 4 männliche Vorstandsmitglieder notwendig. Es sind im VereinDifferenzen ausgebrochen. Zur Schlichtung derselben übernimmt Herr Max Itzenplitzden Vorsitz, Herr Carl Fölmer wird Bibliothekar, Herr H. Thielen Kassierer, und derFriede ist wieder hergestellt. Über die Zahl der jährlichen Konzerte gibt erst das Jahr

1875 Aufschluß. In einer Subskriptions-Liste wird aufgefordert, auf die dreiim großen Saale des Casinos unter Mitwirkung der Essener Kapelle (Langenbach?)stattfindenden Konzerte zu abonnieren. Das zweite derselben wurde am 13. Märzunter Mitwirkung Dr. F. Hillers veranstaltet. Dieser spielte ein eigenes Klavier-Konzert und dirigierte sein OratoriumIsraels Sieg", während Musikdirektor Engelssich durch den Vortrag der Gesangszene von Spohr solistisch beteiligte. Im Jahre

1880 wurde der Instrumental-Verein gegründet, der teils eigene Konzerteveranstaltete, teils dem Gesangverein unterstützend zur Seite stand. In den nächstenJahren finden wir regelmäßige Konzerte der beiden Vereine, und zwar wurde u. a.aufgeführt: Schöpfung, Jahreszeiten, Paradies und Peri, Faustszenen von SchumannComala von Gade, 8. Psalm für Soli, Chor und Orchester, Frühlingslied für Frauen-chor, Variationen über ein eignes Thema für Violine und Orchester, letztere dreiWerke von H. Engels, ferner 1., 2., 3., 5. und 7. Sinfonie von Beethoven, Requiemvon Mozart, Schön Ellen von Bruch, Sinfonie mit dem Paukenschlag von Haydn etc.Von namhaften Solisten finden wir Sauret, Auer, Sauer, Dr. Hiller und W. Kufferathverzeichnet.

Am 8. September 1891, nach fast 40jährigem erfolgreichem Wirken im Diensteder Kunst, beschloß Königlicher Musikdirektor Engels sein arbeitsreiches Leben.Sein Nachfolger wurde

Richard Stronck. (18901897.) Während wir bis jetzt größtenteilsgemischten Konzerten begegneten, machte sich Stronck die Pflege des Oratoriumsbesonders zur Aufgabe. Daß das Publikum dies als etwas Ungewöhnlichesempfand, geht aus einer Notiz des General-Anzeigers (6. Mai 1893) hervor, in deres heißt:In voriger Nummer war ein musikalisches Ereignis angekündigt, wiewir es nur äußerst selten in unserer Stadt zu verzeichnen haben: Die Aufführungder Jahreszeiten von Haydn." Paulus, Elias, Messias, Samson, Josua, JudasMaccabäus, Schöpfung und Jahreszeiten, Deutsches Requiem von Brahms, Bach'sJohannes- und Matthäus-Passion, Paradies und Peri, H-moll-Sinfonie von Schubert3. und 5. Sinfonie von Beethoven sind von größeren Werken unter Stroncks Leitungaufgeführt worden. Man siedelte vom großen Casinosaale zur Aula und von dazum Kirchholtes'schen Saale, demKonzertsaale der Gegenwart" über und engagiertevon nun an ein Berufsorchester: die Kapelle des 39. Infanterie-Regiments ausDüsseldorf. Von hervorragenden Solisten sind zu nennen: Die Damen Crämer-Schleger,P. Manifarges, J. Nathan; die Herren Pinks, Sistermanns, van Rooy, W. Kufferath,Messchaert, Rogmans, van de Sandt. Stronck's Nachfolger,

Dr. Max Steinitzer, erweiterte die Programm - Literatur durch Gluck'sOrpheus, Bruch's Glocke und Odysseus, Mozart's Zauberflöte, Bach's Weihnachts-oratorium, Schuberts Es-dur Messe, Militär-Sinfonie von Haydn, Jupiter-Sinfonie vonMozart. Besondere Erwähnung verdient die Aufführung von Odysseus' Heimkehr,des 3. Teiles der Musik-Tetralogie des Dichter-Komponisten und Sohnes unsererStadt August Bungert. Vom Jahre 1899 ab wurde das Orchester des 159. Inf.-Regts.

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