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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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bei anderen Häusern ist das Mauerwerk getüncht, das Balkenwerk hin und wiedermit einiger Schnitzarbeit geziert und mit Ölfarbe angestrichen; nur wenige Häusertragen Zementverputz. Grüne Fensterläden verleihen den Häusern ein anmutigesAussehen. Die quergeteilten alten Haustüren mit dem Klopfer sind zumeist durchneue Türen ersetzt. Nennenswerte Häuser solcher Art sind: Terstegenshaus, 1 )die Mausefalle, 2 ) die Häuser am Bogen, besonders das mit dem Giebel nach demKirchplatz gerichtete, einige Häuser am alten Markt, 3 ) die Häuser am Eingang derTeiner- und Kettwigerstraße, nicht zu vergessen das im vorigen Jahre niedergelegteHaus am Aufgang der Hölle. 4 ) Als Patrizierhäuser dürfen folgende Häuser aufgezähltwerden: Buchdruckerei Hermann Blech, Michels im Gang, das Troost'sche Haus der

katholischen Marienkirchegegenüber, von EickensHaus und das alte KrabbscheHaus in der Delle. Inder Umgebung Mülheimsgibt es dagegen manch altesbergisches Bauernhaus.Hier sind wie in densächsischen Bauernhäuserndie Wohnungen der Men-schen und des Viehes untereinem Dache. Jedoch istdas Wohnhaus ein selb-ständigeren desGebäudes,der Viehstall gleichsam nureine Verlängerung des

Bauernhaus in Holtliausen (hinter.'der Walkmühle) ,,, , , j

Wohnhauses, das darumauch ebenso wie der;Stall einen besonderen Eingang hat. Der Hausflur ist geräumigund mit großen, oft roten Steinplatten belegt. Die Hausuhr gibt ihm ein freundlichesAussehen; die Treppe wird vielfach durch ein Geschränk verdeckt. Über der Haustürfindet man die Namen der Erbauer des Hauses nebst der Jahreszahl und hin undwieder auch einen Spruch eingegraben.

Viele der alten,Häuser sind in den letzten 20 Jahren niedergelegt und durchmoderne Bauten ersetzt worden. Ganze Straßenzüge haben dadurch ein verändertesAussehen bekommen, z. B. Kohlenkamp, Leineweberstraße, Bachstraße, teilweise auchder Dickswall und der Notweg, der obere Froschenteich u. a. Aber nicht bloß imInnern der Stadt ist viel gebaut worden, es sind auch neue Stadtviertel entstandenmit villenartigen Häusern und kleinen Vorgärtchen. Die Architekten haben sichbemüht, nicht nur bequeme und allen Anforderungen der Gegenwart entsprechende,sondern auch schöne Häuser zu bauen. Als Monumentalbau darf das Thyssen'scheHaus auf der Dohne bezeichnet werden.

Was die Pflege der andern bildenden Künste betrifft, so ist darüber wenigzu sagen. Mülheim als Stadt des Gewerbfleißes und des Handels ist in dem

!) S. Abbildung S. 139.

2 ) S. Abbildung S. 153.

3 ) S. Abbildung S. 6.') S. Abbildung S. 46.

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