sind noch vorhanden. — Zur Befestigung seiner Burg baute Wilhelm Wirich an derNordwestseite des Schloßhofes einen Rundturm, „Schiefhacke" genannt, und gab derganzen Seite eine neue etwa 2,30 m dicke Mauer mit einer Brustwehr. In demKüchengärtchen neben der Schiefhacke lesen wir die Inschrift:
ANNO 1644 HABEN WIRW W V D Q Z F
(Wilhelm Wirich von Dhaun Graf zu Falkenstein)DIESE GANZE SEITE DURCH GOTTESBEYSTAND NEW AUS DEM FUNDA-MENT HERAUS BIS OBEN ZV LAS-SEN VFMAVERN. GOTT DER ALLMÄCH-TIGE WOLLE VNS WEITER SEINEN GOTT-LICHEN SEGEN VND GEDEIEN VERLEIHEN.Von der Schiefhacke soll ein unterirdischer Gang unter der Ruhr her nachSchloß Styrum geführt haben. — Zum Schlüsse sei noch der Turm an der Südosteckedes Mauerrings und das Vorwerk „Veränderung", sowie der Wallgraben erwähnt. DerTurm war ein mehrstöckiger Wächterturm mit seitlicher Wendeltreppe. Seine Restefielen vor einigen Jahren der Erbreiterung der Straße zum Opfer. Das Vorwerk lagrechts von der Duisburger Landstraße gleich hinter der Eisenbahn. Es war einviereckiger Bau mit zwei starken Rundtürmen und vorgebautem Halbturme. DerWallgraben wurde vor etwa 40 Jahren zugeschüttet.
Das Haus Styrum wurde imJahre 1289 von Eberhard I., dem erstenGrafen von Styrum, als einfache Kemenadeerbaut. Im 14. oder 15. Jahrhundertbauten die Styrumer Grafen das Herren-haus aus. Graf Hermann Georg umgab1658 das Schloß mit einer neuen Mauer,baute an den Palas das sechsseitige,dreistöckige Treppenhaus, gab den Türmengeschweifte Hauben und errichtete dasTorgebäude und eine Kapelle. 1 ) In derKapelle führt eine Treppe in die Toten-gruft. Etwa 50 m vom Eingangstor entferntragt ein dreistöckiger Turm empor, dessenmit Schieferplatten gedeckte Haube voneinem achtseitigen Türmchen gekröntwird. Im westlichen Flügel ist die Küchenoch ziemlich wohl erhalten. Im 18. Jahr-hundert verfiel das Schloß.
Neben den beiden Schlössern sindaber von besonderem kunsthistorischenInteresse auch die alten Mülheim er Haus am Bogen < Kirch P latz >-
Bürgerhäuser. Wer Alt-Mülheim kennen lernen will, der muß die Straßen in derNähe der Petrikirche aufsuchen. Dort sieht er Fachwerkbauten mit massiven Grund-mauern und vorgekragtem Oberstock. Viele Häuser sind mit Schiefer bekleidet,
!) S. Abbildung S. 8.
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