hin gelegen). Zwischen den beiden Hauptgebäuden ist ein Torbogen mit Backstein-balustrade errichtet worden. Tritt man durch den Torbogen in den Schloßhof,so hat man gleich zur rechten Hand das leider nicht mehr vollständig erhalteneHoc|hschIoß, den ältesten Teil der Burg, dessen Erbauung bis ins 12. Jahrhundertzurückführt. Er ist aus Bruchsteinen aufgeführt und hat eine Mauerstärkevon etwa l 1 /« im. An diesem Bau ließ Wilhelm Wirich und zwar rechts und links
von dessen Toreinfahrt je einen Turmund nach Norden hin einen größerenNeubau aufführen. Das Portal, daser auch erneuerte, trägt das Wappender Dhaun-Falkensteiner und dieUnterschrift: WWVDGZFULHZOBUR1648. (Wilhelm Wirichvon Dhaun, Graf zu Falkensteinund Limburg, Herr zu Oberstein,Broich und Reipolzkirchen 1648).Vor dem Hochschloß im altenBurghof errichtete der Vater desjetzigen Besitzers des Schlossesschloß Broich (Schioßhof). e j nen modernen Anbau. An der
Südseite des Hochschlosses zeigt ein Asphaltbelag die Stelle an, wo sich einst einmächtiger viereckiger Turm erhob. Das unterirdische Gewölbe, das durch einenMittelpfeiler gestützt wird, ist noch vorhanden. Mitten im alten Burghofe stand derstarke, runde Bergfried. Als aus dem Burghofe ein Garten gemacht wurde, fandman seine Grundmauern. Die Ringmauer, die den alten Burghof begrenzt, ist vonaußerordentlicher Höhe und Stärke. An der Nordostseite ist sie gegen 12 m hoch,an der Ostseite erweitert sie sich zu einer Schildmauer, deren sorgfältig ausgemauerte,kasemattenartige Gelasse eine schmale Schießscharte hatten. In die Gelasse sollenin schweren Kriegszeiten Wertsachen versteckt worden sein. Die Schildmauer hateinen 1 m breiten Laufgang mit steinerner Brüstung. Neben ihr zog sich einst ein1 m breiter und 5 m langer Gang hin, der zu einer Ausfallspforte führte.
An der Südseite des Schloßhofes erhebt sich der Palas, um 1400 erbaut. Inseinem Ober- und Unterstock lagen in alter Zeit wahrscheinlich die Rittersäle.Ursprünglich führten zwei Wendeltreppen in die oberen Stockwerke. Die eine dieserTreppen lag in einem Rundturme vor dem Treppenhaus, das, wie eine Inschrift mitWappen des Hauses besagt, der Landgräfin Marie Luise Albertine seine Entstehung(1797) verdankt; die andere befand sich in dem Erker an der Südostseite des Palas.Da letztere sehr unbequem war, so ließ der Schloßherr vor etwa 20 Jahren an Stelledes Rundturmes an der Südostecke ein chorartiges, bequemes Treppenhaus bauen.In den schweren Kriegszeiten zu Ende des 16. und zu Anfang des 17. Jahr-hunderts war das Schloß arg beschädigt worden. Wilhelm Wirich, dem nebender Sorge für das Wohl seiner Untertanen auch die Wiederherstellung seiner Burgam Herzen lag — von dem Umbau des Hochschlosses wurde schon berichtet —erneuerte den Palas so vollständig, daß man mit Sicherheit nur noch seine Grund-mauern als Teile des ursprünglichen Baues ansprechen kann. Dann erweiterte erden Palas durch einen großen Anbau mit Mansardendach und einem Rundturm ander Südwestecke. Die alte Schloßkapelle wurde abgerissen und eine neue Kapelle mitTotengruft in dem östlichen Teile des Palas eingerichtet; die mächtigen Kreuzgewölbe
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