zu befördern: eine Reitpost nach Düsseldorf viermal, eine vierspännige Fahrpost ebendorthin zweimal, eine zweispännige Fahrpost zwischen Essen und Duisburg zweimal.Nach einer Statistik bestanden im Juli 1828 für Mülheim folgende Post-verbindungen: Reitpost Osnabrück-Aachen wöchentlich viermal,
„ Aachen-Osnabrück „ „
Diligence Osnabrück-Düsseldorf „ zweimal
„ Düsseldorf-Osnabrück „ „
Güterpost Düsseldorf-Münster „ „
„ Münster-Düsseldorf „ „
Güterpost Duisburg-Essen „ „
„ Essen-Duisburg „ „
Botenpost Mülheim-Duisburg „ siebenmal
„ Mülheim-Elberfeld „ dreimal
„ Mülheim-Essen „ dreimal
Als im Jahre 1830 eine wöchentlich zweimalige Güterpost und eine tägliche Schnellpostnach Düsseldorf hinzutraten, mußte der Posthalter 16 Pferde halten. Im Mai 1836waren 23 Pferde mit 7 Postillionen vorhanden. Ende 1837 ging die Posthaltereivon Bockhorn auf dessen Schwiegersohn Friedrich Lücker über. Im Jahre 1844hatte sie mit 33 Pferden und 9 Postillionen wahrscheinlich ihren höchsten Bestand.Lücker hatte 1858, als ein weiterer Fuhrvertrag bis 1870 mit ihm abgeschlossenwurde, nur noch 20 Pferde und 7 Postillione zu unterhalten. Ihm lag damals dieBeförderung der Personenposten von Mülheim nach Duisburg, nach Essen, nachKettwig über Saarn und nach Oberhausen ob. Die Inbetriebnahme der Eisenbahnennach Duisburg und Oberhausen in den 60er Jahren hatte eine so wesentlicheVerringerung der Postfuhrleistungen zur Folge, daß 1868 nur noch 8 Pferde erfor-derlich waren. Am 1. März 1870 hatte der mit Lücker abgeschlossene Vertrag seinEnde erreicht; er wurde, weil der Posthalter unannehmbare Bedingungen stellte, nichtmehr erneuert. Infolgedessen wurde die hiesige Station für alles Fuhrwerk aufgehoben.Die Beförderung der Personenposten nach Kettwig übernahm die dortige Station.Mit der Eröffnung der Ruhrtalbahn Mülheim-Kettwig am 15. März 1876 hörte derPersonenpostverkehr für Mülheim ganz auf. Zur Zeit hat die hiesige Posthalterei mit6 Pferden nur noch die Bahnhofsfahrten und die Paketbestellfahrten auszuführen.
Postdiensträume.
Das hiesige Postwärteramt befand sich in den ersten Jahren seines Bestehensin dem Hause des Postwärters Krabb. Als dieser 1816 aus dem Amte schied,mußte man sich einige Monate mit einem kleinen Raum in einer Wirtschaft behelfen,bis der Tabakfabrikant von Eicken einen Teil seines auf der Delle gelegenen altenund unansehnlichen Hauses gegen 100 Taler Miete der Postverwaltung überließ.Da die Räume sich aber bald als wenig geeignet erwiesen, mietete man vom 1. Mai1835 ab das Haus der Witwe TerjUng in der Münsterstraße für 175 Reichstaler an.Dieses Haus entsprach zwar den Anforderungen, mußte aber infolge Verkaufs zum1. Mai 1841 geräumt werden. Die Beschaffung anderer geeigneter Räume ver-ursachte wiederum große Schwierigkeiten. Endlich gelang es, das Haus des Kauf-manns Johann Stinnes am Notweg gegenüber der jetzigen Volksschule für 400 Talerjährlich zu mieten. Am 11. November 1851 siedelte das Postamt in das Haus desAugust Herdickershoff in der Kettenbrückstraße über. Der Mietspreis betrug 275
300