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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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diese jetzt als überaus segensreich erkannte Einrichtung damals durchaus nicht denungeteilten Beifall der Landbewohner. Die Einwohner von Saarn erhoben sogar schriftlichbeim General-Postamt lebhaften Einspruch dagegen und setzten es auch durch, daßihnen gestattet wurde, ihre Briefe durch eine Gemeinde-Botenfrau vom Postamt inMülheim abholen zu lassen. Trotzdem zum Landbestellbezirk die Orte Alstaden,Dümpten, Saarn, Speidorf, Styrum, Heißen und mehrere andere kleinere Ortschaftengehörten, belief sich die Einnahme an Bestellgeld, das 1 bis l 1 /^ Sgr. je nach derEntfernung betrug, zu Anfang der 40er Jahre auf nur 10 bis 12 Taler, ein Beweisdafür, wie gering dazumal der Briefverkehr war. Im Jahre 1848 erhielten dieGemeinden Broich, Eppinghofen und die der Stadt zunächst gelegenen Teile vonDümpten Briefe und Zeitungen werktäglich einmal; nach Alstaden, Speidorf undStyrum fand Montags und Freitags Bestellung statt, während Dümpten, Raadt,Heißen, Haarzopf, Menden und Fulerum gar nur einmal wöchentlich belaufen wurden.Doch schon im nächsten Jahre wurde die werktäglich einmalige Bestellung auchauf Alstaden und Speidorf ausgedehnt; in den übrigen Landorten fand zwei- bisdreimal wöchentlich Bestellung statt. Zu diesem Zwecke war ein zweiter Land-briefträger eingestellt worden. Seit dem 1. August 1852 wurde durch Einstellungvon zwei weiteren Landbriefträgern ermöglicht, daß alle Landorte werktäglich ein-malige Bestellung erhielten. Auch für bequemere Gelegenheit zur Auflieferung derBriefe auf dem Lande wurde im Jahre 1853 durch Aufstellung von Briefkastengesorgt. In den 80er Jahren trat in den Landbestelleinrichtungen dadurch einewesentliche Verbesserung ein, daß die Landorte werktäglich durchweg zweimalbelaufen wurden. Infolge der Einrichtung neuer Postanstalten in den früher zumBestellbezirk von Mülheim gehörigen Ortschaften und infolge der Ausdehnung desStadtbezirks hat die Zahl der Landorte immer mehr abgenommen. Zur Zeit wohnenim hiesigen Landbestellbezirk rund 12000 Personen, die Bestellung nehmen 8 Land-briefträger wahr.

Post-, Kurs- und Fuhrwesen.

Welchen Umfang die hiesige Postfuhrstation anfangs hatte, läßt sich nichtmehr feststellen. Sie diente zunächst wohl ausschließlich dem Durchgangsverkehr.Ebensowenig ist bekannt, welche Posten damals Mülheim berührten. Erwähnt wird,daß die während der Zeit der französischen Occupation eingerichtete Fahrpost vonAachen über Düsseldorf nach Münster auch über Mülheim führte. Nach einerBekanntmachung vom 19. Januar 1800 ist die Postbotenstelle von Essen nach Mül-heim von dem Essener Magistrat an Christian Erckner verliehen worden. DieseBotenpost verkehrte zweimal wöchentlich, Dienstags und Freitags. Zur Beförderunggelangten Briefe und kleinere Pakete. Eine dreimal wöchentlich zwischen denbeiden Nachbarstädten verkehrende Fahrpost ist erst 1808 ins Leben getreten.

ImMerkantilischen Handbuch für Westfalen vom Jahre 1805" ist noch einewöchentlich zweimalige Verbindung von hier nach Elberfeld erwähnt, die durcheinen Fuhrmann hergestellt wurde. Dieser logierte an der lutherischen Kirche beiDierichs; dorthin hatten die Interessenten ihre Sendungen am Abend vor der Ab-fahrt zu bringen. Gleichzeitig besorgte dieser Fuhrmann auch Bestellungen nachRatingen, Kettwig usw. Am 17. Februar 1821 schloss die Preussische Postverwaltungmit Heinrich Bockhorn, in dessen Händen sich die Posthalterei schon einige Jahrebefunden hatte, einen neuen Vertrag ab, wonach er für die hiesige Postfuhrstation10 Pferde und 4 Postillione zu halten hatte. Mit diesem Bestände waren wöchentlich

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