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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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eines selbständigen Telegraphenamts, dessen Leitung der Telegraphendirektor Hoff-mann übernahm. Ihm folgte vom 1. März 1907 ab der Telegraphendirektor Leser.Von den 1904 eingemeindeten Vororten haben Saarn, Speidorf und Styrumeigene Postämter. In Saarn wurde schon am 1. August 1847 eine Postexpeditioneingerichtet. Nach anderen Angaben soll die Einrichtung derselben bereits in den30er Jahren erfolgt sein. Die Expedition erhielt später die BezeichnungPostamt"(III. Klasse). Am 1. Oktober 1876 wurde auch der Telegraphenbetrieb daselbst eröffnet.Speidorf erhielt am 1. Januar 1878 ein Postamt; die Eröffnung des Telegraphenbetriebesdaselbst fand am 16. September desselben Jahres statt. In Styrum besteht seit dem1. Oktober 1886 ein Postamt (III. Klasse) mit Telegraphenbetrieb. In Broich trat am1. August 1898 eine Zweigstelle des hiesigen Postamts ins Leben. Eine weitereZweigstelle besteht seit dem 1. Mai 1876 am Froschenteich, in der Nähe des Bergisch-Märkischen Bahnhofs. Seit dem 1. Oktober 1878 wird auch Telegraphendienstdaselbst wahrgenommen.

Orts- und Landbestelleinrichtungen.

In der ersten Zeit des Bestehens der hiesigen Postanstalt besorgte das Mädchendes Postwärters das Abtragen der eingehenden Briefe. Seit dem Jahre 1799 hatteder Wagenmeister Schürmann neben seinen sonstigen Dienstobliegenheiten die Be-stellung auszuführen. Für diese Nebenleistung bezog er das aufkommende Bestellgeld.Das Ideal eines Briefträgers scheint Schürmann, der sonst lange Jahre eine Stützeder jungen Postanstalt war, nicht gewesen zu sein, denn das Preußische General-Postamt begründet unterm 11. Oktober 1816 die Einstellung des HilfsbriefträgersHeinrich Oesterwind damit, daß Schürmann wegenblöden Gesichts" den Bestelldienstnicht ordnungsmäßig ausführen könne. Die Übernahme des Postwärteramts seitensder Preußischen Postverwaltung führte auch eine Regelung und Verbesserung desbis dahin arg vernachlässigten Bestelldienstes herbei. Die Sendungen wurden seitdem Jahre 1816 regelmäßig an Werktagen zweimal abgetragen, und zwar gelangtendie vormittags eingegangenen an demselben Nachmittage, die nachmittags und nachtsangekommenen am nächsten Vormittag zur Bestellung. Der größte Teil der Brief-empfänger machte jedoch, um das Bestellgeld zu ersparen, von der Abholung Gebrauch.Daraus erklärt es sich wohl, daß bis zum Jahre 1846 ein einziger Briefträger für denOrts-Briefbestelldienst ausreichte. Im Jahre 1854 wurde für das Abtragen der Paketeein besonderer Unterbeamter eingestellt, der sich auch an der Briefbestellung zu be-teiligen hatte. Einige Jahre später waren bereits 3 Ortsbriefträger tätig, die in denwichtigeren Straßen werktäglich dreimal, in den übrigen Ortsteilen zweimal zu be-stellen hatten. Eine weitere Vermehrung des Bestellpersonals war erforderlich, alsim Jahre 1866 das Ortsbriefbestellgeld in Wegfall kam und infolgedessen von derAbholung der Briefe weniger Gebrauch gemacht wurde. Im Jahre 1869 waren 4 Orts-briefträger und 2 Paketbesteller, 1873 5 Ortsbriefträger und 3 Paketbesteller vorhanden.Seit 1875 wird die Paketbestellung mittels Fuhrwerks ausgeführt. Die weitere Aus-dehnung der Stadt, die Zunahme der Bevölkerung und das Wachsen des Verkehrsauf allen Gebieten erforderten Jahr für Jahr auch für den Bestelldienst mehr Kräfte.Während im Jahre 1896 12 Ortsbriefträger, 3 Geldbriefträger und 2 Paketbestellervorhanden waren, sind zur Zeit im Ortsbestelldienst 27 Briefträger, 5 Geldbriefträgerund 3 Paketbesteller tätig.

Auf die Landbezirke erstreckte sich die Bestellung zunächst nicht. Erst imSeptember 1830 wurde versuchsweise der Landbestelldienst eingeführt; doch fand

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