bis der neue Amtsvorsteher, Postmeister Windmüller aus Elberfeld, am 8. Februar 1845die Leitung übernahm. Kurz zuvor, am 1. Januar 1845, waren dem Postamt die bisdahin vom Postamt in Duisburg ressortierenden Postexpeditionen in Rellinghausenund Steele, sowie die Postexpedition und Station Oberhausen unterstellt, außerdemdie Postverwaltung in Essen in rechnungsmäßiger Beziehung überwiesen worden-Infolge des raschen Anwachsens dieser Orte änderten sich die Verhältnisse aberschon einige Jahre später wieder. So erhielten Essen im Jahre 1848, Oberhausenim Jahre 1850 selbständige Postämter. Im Jahre 1846 bestand das Beamtenpersonalhier aus: Postmeister Windmüller, Postsekretär und Kassierer Gruber, PrivatschreiberBöckner und Postschreiber Oebbeke. Windmüller rückte am 1. Februar 1849 zumVorsteher des Ober-Postamts in Coblenz auf. Bis zum Eintreffen des neuen Amts-vorstehers, Ober-Postsekretärs Dieckmann, am 16. November desselben Jahres, ver-waltete der Postsekretär Gruber interimistisch das Postamt. Dieckmann starb am12. Dezember 1854. Ihm folgte vom 3. Juni 1855 ab der Postmeister Walbaum. Inder Zwischenzeit hatte der Postsekretär Rehfeld die Vorstehergeschäfte besorgt.Nachfolger Walbaums, der zum 1. Juni 1859 nach Trier versetzt wurde, war derPostmeister Schulze, der später die Ernennung zum Postdirektor erhielt. Unter seinerAmtsführung traten in den Postbetriebseinrichtungen wesentliche Änderungen ein. Indem Verkehr, der bis dahin zwar stetig, aber doch nur allmählich gewachsen war,trat infolge des weiteren Ausbaues der Eisenbahnen und durch deren Benutzung fürPostzwecke eine erheblichere Zunahme ein. Das erhellt am besten aus der Vermehrung,die das Personal des Postamts während weniger Jahre erfuhr. Während dasselbe1859 aus 4 nachgeordneten Beamten und 10 Unterbeamten bestanden hatte, waren1868 beim Postamt 7 Beamte und 18 Unterbeamte beschäftigt. Nach Schulzes Ver-setzung nach Bonn leitete zunächst vom 15. Februar 1868 der Postsekretär Schmidt,vom 11. April bis 8. August 1868 der Ober-Postsekretär Adrian aus Barmen interimistischdas Postamt, worauf die Leitung auf den zum Amtsvorsteher ernannten Ober-Post-kommissarius Graudam überging. Da dieser aber schwer krank war, übernahm vom28. Dezember 1869 der Ober-Postsekretär Schmidt und vom 20. Juli 1870 ab derOber-Postsekretär Schilling vertretungsweise die Leitung. Am 1. Oktober 1871wurden dem Major a. D. Schimmelfennig von der Oye als Postdirektor die Vorsteher-geschäfte übertragen. Nach seinem Tode — 26. Februar 1881 — verwaltete derOber-Postsekretär Müller bis zum Eintreffen des neuen Postdirektors Schrauff ausTondern (am 1. Oktober 1881) das Postamt. Auf letzteren folgte am 1. April 1887Postdirektor Schlifter aus Hechingen. An seine Stelle trat am 1. Oktober 1894 derPostdirektor Ohmann, der am 28. August 1898 starb. Seit dem 20. Oktober desselbenJahres steht der Postdirektor Müller, vorher in Wesel, dem Postamt vor.
Am 15. September 1863 wurde in Mülheim eine Telegraphenstation eingerichtetund mit dem Postamt kombiniert. Der Telegrammverkehr entwickelte sich — haupt-sächlich durch den lebhaften Schiffsverkehr auf der Ruhr — sehr bald derart, daßschon im August 1865 voller Tagesdienst eingeführt und am 1. November 1869 dasTelegraphenbureau in eine selbständige Station umgewandelt werden mußte. Nach-dem vom 1. Januar 1876 ab Post und Telegraphie vereinigt worden waren, wurdegegen Ende desselben Jahres auch die hiesige Station wieder mit dem Postamtverbunden. Am 15. November 1886 wurde hier die Fernsprechanlage für den rheinisch-westfälischen Industriebezirk in Betrieb genommen. Der gewaltige Aufschwung, dender Fernsprechverkehr in den folgenden Jahren, namentlich seit den letzten Jahrendes verflossenen Jahrhunderts genommen hat, führte am 1. April 1905 zur Einrichtung
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