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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Vaterlandes an ihrem Teile zu fördern. Die Ausdehnung ihrer Tätigkeit tritt zumTeil vielleicht in dem Wachstum ihres Haushaltsplanes in die Erscheinung, der 1841308 Taler = 924 Mark, 1875 1642,52 Mark und 1907 19423,90 Mark betrug.

n) Rückblick.Schauen wir zurück auf die verflossenen hundert Jahre, dann kann Mülheima. d. Ruhr mit seiner wirtschaftlichen Entwicklung trotz unerwarteter Verschiebungen,die sich in seinem Wirtschaftsleben vollzogen haben, und trotz schwerer Ent-täuschungen, die es hat erleben müssen, im ganzen vollauf zufrieden sein.Seinem Alter und seiner günstigen Lage am Ende der unteren schiffbaren Ruhrnach schien es zu einer noch mächtigeren Stellung im Wirtschaftsleben des Ruhr-gebietes bestimmt, als es eigentlich erlangt hat. Noch im Jahre 1840, als die FirmaFried. Krupp zu Essen noch nicht ihren gewaltigen Aufschwung begonnen hatteund als es noch keine Eisenbahnen im Industriegebiet gab, glaubte die Kgl. Regierungzu Düsseldorf bei Befürwortung der Errichtung einer Handelskammer für Mülheima. d. Ruhr, daß diese Stadt, diedurch ihren unternehmenden und verhältnismäßigintelligenten Gewerbestand in den letzten Jahren zusehends gehoben" worden sei,durch ihre Lage begünstigt, ohne Zweifel sehr bald als der Mittelpunkt des Handelsund der Industrie des Kreises Duisburg" (zu dem damals außer den heutigen KreisenDuisburg, Ruhrort und Mülheim a. Ruhr auch die heutigen Stadt- und LandkreiseEssen gehörten) würde betrachtet werden müssen! Seitdem haben sich die wirt-schaftlichen Verhältnisse aber schnell geändert. Der langjährige Mangel einerEisenbahnverbindung hat Mülheim fern vom großen Weltverkehr gehalten, den dieSchiffahrt doch nur teilweise vermitteln konnte; hinzu kamen die ungewöhnlichhohen Ruhrschiffahrtsgefälle auf der unteren Ruhr von Mülheim bis zur Mündungund die besonderen Bergwerksgefälle, die auf dem Bergbau der ehemaligen HerrschaftBroich lasten blieben. Dies alles und auf der anderen Seite das in Deutschlandbeispiellose Emporblühen der Firma Fried. Krupp und die ungeahnte Entwicklungder benachbarten Rheinhäfen hat Mülheim a. d. Ruhr genötigt, sich in den GlanzderHauptstadt" des engeren Kreises mit Essen und Duisburg-Ruhrort zu teilen.Aber genug Größe und Mannigfaltigkeit seiner gewerblichen Tätigkeit ist ihmgeblieben, um auch unter veränderten Verhältnissen mit Stolz neben den Rivalen, zudenen sich als dritter noch die junge Stadt Oberhausen gesellte, bestehen zu können.

Im Jahre 1807 hatte die Graf schaff Broich rund 11 600 Einwohner, Ende 1906wohnten in den Stadt- und Landkreisen Mülheim a. d. Ruhr über 134000 Personen,und wenn wir noch rund ein Viertel der Einwohnerzahl der Stadt Oberhausenhinzurechnen, von deren Gebiet der vierte Teil altes Grafschaftsgebiet ist, dannerhalten wir rund 148000 Seelen. Schon diese Zahlen deuten, wenn wir zugleichden heutigen Wohlstand des ganzen Gebietes berücksichtigen, darauf hin, daß sichauf dem alten Grafschaftsgebiet von noch nicht zwei Geviertmeilen in den letztenhundert Jahren eine gewaltige wirtschaftliche Entwicklung vollzogen haben muß.Und in der Tat hat das allgemeine Aufblühen von Handel und Gewerbe, das nachden großen Umwälzungen auf staatlichem und technischem Gebiete zu Anfang des19. Jahrhunderts allenthalben einsetzte, auch dem Gebiet der alten Grafschaft einvöllig verändertes Aussehen gegeben.

Jahrhunderte lang waren Mülheim a. d. Ruhr und Broich in der südlichen Hälftemit ihrer gewerblichen Tätigkeit aller Art der Schwerpunkt des ganzen Gebietes, anden sich die übrigen Teile ursprünglich als rein landwirtschaftliche Gebiete anschlössen.

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