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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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Statut der Handelskammer 9 in einem besonderen Wahlbezirke der Stadt Oberhausenzu wählen sind.

Der erste Präsident war Caspar Troost, dessenbekannte Intelligenz" nachAnsicht der Königlichen Regierung zu Düsseldorf bei Befürwortung der Errichtungder Kammerdas Gedeihen des Instituts sicher" stellte. Er schied am 23. Oktober 1846aus. Seine Nachfolger waren Herrn. Heinr. von Eicken (18471853), HermannKrabb (1854), Christian Coupienne (18551872), Gustav Stinnes (18721878), GustavHanau (18781881 und 18841890), Carl Lueg (1882 und 1883), Josef Zerwes(18911901); seit 1901 ist es Hermann Thielen. Die Geschäfte eines Sekretärsder Handelskammer versahen bis 1880 städtische Beamte im Nebenamt. 1881 wurdeein besonderer Beamter dafür angestellt: bis 1895 C. Boshamer, 18961905 CarlKühn aus Dessau; seit Mai 1905 Dr. Rudolf Keibel aus Berlin.

Die Geschäftsräume befanden sich zuerst im Rosen'schen Hause auf der Delle,dann jahrzehntelang im Rathause, zunächst von der Stadt zur Verfügung gestellt,später gemietet. Zum Herbst 1903 mietete die Handelskammer für ihre Zwecke dasHaus Schollenstraße 2 (früheres Thielen'sches Haus). Nach Fertigstellung des neuenSparkassengebäudes der Stadt am Viktoriaplatz wird sie voraussichtlich im Jahre 1909das halbe erste Obergeschoß dieses weiträumigen Gebäudes mietweise übernehmen.

Das Gebiet der Handelskammer umfaßt nur 101,8 qkm, aber seine wirt-schaftlichen Interessen waren, was schon aus der Gründung einer Handelskammer eigensfür diesen Bezirk hervorgeht, bereits damals bedeutend und haben, wiedie vorhergehendenBlätter wenigstens für Mülheim a. d. Ruhr zeigen, seitdem eine gewaltige Ausdehnungerfahren. Die Einwohnerzahl des Bezirks betrug 1841 etwa 21 22000, Ende 1906rund 190000.

Dementsprechend ist auch die Tätigkeit der Handelskammer von vornhereinnicht kleinlich gewesen, sondern von großen Gesichtspunkten getragen worden.Die Pflege der örtlichen Interessen hat sie in den ersten beiden Jahrzehnten in ersterLinie in der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse von Mülheim gesucht, die in derTat ja für Mülheim von allergrößter Bedeutung waren: wie oben erwähnt, ist siesofort für die Verlegung der CölnMindener Bahn von Duisburg über Mülheimnach Essen, sodann für die Fortsetzung der Sellerbecker Pferdeeisenbahn bis in dieGegend von Essen und für die Kanalisierung der Ruhr von Mülheim bis zum Rheineingetreten, daneben für die Wegeverbesserungen nach Borbeck, Dorsten, Kettwig,Saarn. Zugleich hat sie, um nur diese wenigen Tatsachen anzuführen, mit einerbewundernswerten Hartnäckigkeit die Beseitigung des unnatürlichen und ungerechtenSystems der Ruhrschiffahrtsgefälle auf der unteren Ruhr, ebenso des drückendenPrivatzehnten, den der Bergbau in der ehemaligen Herrschaft Broich zahlen mußte,vertreten, wie später, nachdem die Bergisch-Märkische Bahnstrecke gebaut war, dieBesserung der unzulänglichen Bahnhofsverhältnisse in Mülheim a. d. Ruhr. Schon1874 klagt sie in ihrem Bericht über das Jahr 1873, daß die Bergisch-MärkischeBahn den Mülheimern zumute, während anderwärts Prachtbauten zur Ausführunggelangten, sich mit dem Stationsgebäude zu begnügen, das vor 13 Jahren beiEröffnung der Bahn zu einer Zeit hergestellt worden sei, als manvon dem heutigenriesigen Verkehr noch keinerlei Ahnung hatte", und im nächsten Jahr tritt sie nachEröffnung des Bergisch-Märkischen Bahnhofs Eppinghofen schon mit dem Gedankeneines Zentralbahnhofs für Mülheim a. d. Ruhr (der damals wohl noch hätte geschaffenwerden können) hervor. Wenn ihre fortgesetzten Bemühungen 30 Jahre lang erfolglos

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