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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Die älteste, aus der Zeit vor 1787 stammende Firma, welche zuerst allerdingsnur Kohlenhandel betrieb, später aber sich immer mehr auf das Bankgeschäft verlegte,ist die offene Handelsgesellschaft Gerhard Mühlenbeck (jetzige Inhaber HermannMellinghoff junior und Amtsrichter a. D. Hermann Bever) Ruhrstraße, welche zurZeit 18 Beamte beschäftigt; für ihren Kohlenhandel hat sie in Ruhrort eine Filiale.

Die nächst ältesten Namen, deren Träger sich mit Bankgeschäften befaßten,sind Samuel Qombel 1 ), fürstlicher Hofbanquier; Clemens August Kuhfus, späterKommerzienrat, gestorben 1866; Ernst Nedelmann, gestorben 1888, und Gustav Hanau,gestorben 1902. Die von letzterem schon weit vor den 50 er Jahren betriebenePrivatbank wurde am 4. Juni 1897 mit einem Kapital von 5000000 Mk. in eineAktiengesellschaft unter der Firma Rheinische Bank umgewandelt. Sie verlegteam 1. Juli 1905 ihren Sitz nach Essen und ließ die hiesige Stelle als Zweigniederlassungbestehen, woselbst 20 Beamte tätig sind.

Die Mülheim er Bank ist die Nachfolgerin der Volksbank, eingetrageneGenossenschaft. Im Jahre 1861 wurde auf Anregung des damals bestehendenHandwerkervereins am 24. April 1861 ein Vorschußverein nach Schulze-Delitzsch'schemVorbild zu dem Zwecke gegründet, durch gemeinschaftlichen Kredit seinen Mitgliederndie zur Förderung ihres Geschäfts- und Wirtschaftsbetriebes zeitweise erforderlichenGeldmittel zu beschaffen. Die Zahl der Mitglieder stieg auf mehrere Hundert.Geschäftsführer war bis zu seinem Tode Franz Gerbener. Im Oktober 1868 stelltesich der Verein unter das am 4. Juli 1868 erlassene Genossenschaftsgesetz. DenVorstand bildeten F. W.Möhlenbruck, H. Nölle und H. Engelbrecht. Am 23. August 1869wurde die Firma in „Volksbank zu Mülheim an der Ruhr eingetrageneGenossenschaft" umgewandelt. Seit 1868 wurden durchschnittlich 7% Dividendean die Mitglieder gezahlt. In den letzten Jahren des Bestehens war bei der Verwaltungder Wunsch rege geworden, die Bank in einem anderen Rahmen weiterzuführen,um den einzelnen Mitgliedern die im Genossenschaftsgesetz vorgesehene Haftpflichtzu ersparen. Infolgedessen wurde am 11. April 1889 die Liquidation beschlossenund die Bildung einer Aktiengesellschaft in Aussicht genommen. Bei der Liquidationwurden die Stammanteile sowohl, wie der Reservefond, letzterer pro rata an dieGenossenschafter zurückgezahlt. Die Fortführung der Geschäfte wurde der inzwischenam 1. Juli 1889 mit einem Aktienkapitale von 500000 Mk. ins Leben getretenenMülheimer Bank übertragen. Den ersten Vorstand bildeten: A. Fellinger f,A. Reiser, verzogen, und H. Engelbrecht, der bis zu seinem 1905 erfolgten AusscheidenMitdirektor der Bank geblieben war. Der Umsatz der Bank stieg im ersten Jahre 1889/90von 38 Millionen allmählich auf über 522 Millionen in 1906, wobei das Aktienkapitalnach und nach auf 9 Millionen Mark erhöht wurde. Die verteilte Dividende betrugbis heute durchschnittlich 5,85%; Beamtenzahl hier in Mülheim: 22. Das Geschäfts-lokal befand sich früher in der Charlottenstraße, seit 23. Dezember 1896 im neuenBankgebäude am Kaiserplatz, doch ist bereits abermals ein Neubau vorgesehen.Zweigniederlassungen befinden sich in Oberhausen, Hamborn und Sterkrade mitzusammen 24 Beamten.

Als drittes reines Bankinstitut kommt die Filiale der Essener Creditanstaltin Betracht, errichtet 1. Januar 1901 als eine Folge der Bestrebungen der großenBanken, ihre Interessensphäre durch Gründung von Filialen auszudehnen. Die EssenerCreditanstalt ist die bedeutendste Bank im Industriebezirk. Die hiesige Filialebeschäftigt 14 Beamte.

!) Vgl. oben S. 177 f.

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