Bis vor einigen Jahren bestand hier eine Gewerbebank. In Saarn besteht eine„Landwirtschaftliche Spar- und Darlehnskasse für Saarn und Umgegend"und in Styrum eine Gewerbebank, die am 16. Juli 1907 in „Spar- und Kredit-verein Styrum e. G. m. b. H." umgeändert worden ist.
Es kommen dann noch zwei Firmen in Betracht, die sich speziell mit An- undVerkauf von Kuxen, Aktien und sonstigen Wertpapieren befassen, nämlich WalterHammerstein, bestehend seit 1888, welche in Berlin ein Zweigbüro unterhältund im ganzen 46 Beamte beschäftigt, davon 40 in Mülheim, sowie Gustav KaufmannD.Sohn, gegründet 1890, mit 7 Beamten. Übrigens befassen sich auch die vorgenanntenBanken: Gerhard Mühlenbeck, Rheinische Bank, Mülheimer Bank und EssenerCreditanstalt mit dem Kuxen- etc. Geschäft. Die Zahl der im Mülheimer Bankwesenbeschäftigten Beamten beträgt 140.
Die Börsen, welche für Geschäfte dieser Art besonders gebildet sind, werdenin Essen und Düsseldorf abgehalten. Hiesige Industrielle und Kohlenhändler brachtenam 19. November 1888 für Mülheim eine Börse in Vorschlag, doch ist der Wunschnicht zur Ausführung gekommen. Ein erneuter Antrag von Interessenten an diehiesige Handelskammer und eine diesbezügliche Eingabe der letzteren an dasMinisterium vom 1. Mai 1899 ist ebenfalls erfolglos geblieben.
Reichsbankstelle. Am 1. April 1863 wurde hier eine Agentur der Königl.Preuß. Bank errichtet und deren Leitung dem Bankagenten Ed. Hofius übertragen.An seine Stelle trat am 1. Juli 1873 der Bankagent Albrecht Charisius. Die Königl.Bankagentur, welche der Königl. Bankkommandite Düsseldorf nachgeordnet war,wurde am 1. Januar 1876 bei Übergang der ehemaligen Königl. Preuß. Bank aufdie Reichsbank in eine Reichsbanknebenstelle umgewandelt und dem Bezirk derReichsbankstelle Essen zugeteilt. Am 1. Juli 1896 schied Bankagent Charisius ausder Reichsbank aus, und die Verwaltung der Nebenstelle wurde nunmehr einemetatsmäßigen Beamten übertragen. Der zunehmende Umfang der Geschäfte machtebald eine Vermehrung des Personals nötig, ebenso wie sich die für die Unterbringunggemieteten Räume (Eppinghoferstraße 86, später Löhstraße 24) mehr und mehr alszu klein erwiesen. Namentlich forderte auch die Sicherheit der in Mülheim zuhaltenden Barbestände, welche nach und nach auf ca. 2 Millionen Mark bemessenwerden mußten und bislang in einem Geldschrank aufbewahrt wurden, den Baueines feuersicheren Tresorgewölbes. Es wurde daher zur Errichtung eines eigenenGebäudes in der Kaiserstraße 20 geschritten und dieses nach einer Besichtigungdurch den Reichsbank-Präsidenten Dr. Koch Ende 1897 in Betrieb genommen. —Der im Jahre 1896 einsetzende industrielle Konjunkturaufschwung ließ auch dieUmsätze und die Gewinne der Reichsbanknebenstelle in außerordentlicher Weiseanschwellen und bestimmte das Reichsbank-Direktorium, zum 1. Februar 1901 anStelle der bisherigen, von Essen abhängigen Reichsbanknebenstelle in Mülheim eineselbständige, dem Reichsbankdirektorium unterstellte Reichsbankstelle zu errichten,welche von zwei Vorstandsbeamten (damals Bankdirektor Frenkel und BankassessorKauffmann) verwaltet, und welcher die Reichsbanknebenstelle in Oberhausen alsnachgeordnete Bankanstalt zugeteilt wurde. Das Personal der Reichsbankstelle warbereits auf 6 Beamte und 2 Unterbeairte angewachsen, wurde inzwischen aber auf8 Beamte und 4 Unterbeamte vermehrt, deren Unterbringung einen Erweiterungsbaunach der Althofstraße zu nötig machte.
Obgleich die Reichsbankstelle Mülheim mit einem Bezirk von nur 101,8 qkmdem territorialen Umfang nach die kleinste der selbständigen Bankanstalten ist, so
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