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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Zur Ausbesserung von Personenwagen dienen dieselben nicht, ebensowenig zumNeubau von Betriebsmitteln.

Allgemeine Lokal- und Straßenbahngesellschaft, BetriebsverwaltungDuisburg. Nach der landespolizeilichen Abnahme am 14. September 1888 erfolgtedie Eröffnung der Strecke Monning-Broich als Verlängerung der 1882 in Betriebgenommenen Duisburger Dampfstraßenbahn. Der elektrische Betrieb auf der StreckeKuhtor-Monning wurde am 31. Oktober 1897, auf der Strecke Monning-Broich(Bahnhof) am 25. Dezember 1897 eröffnet. Die Verlegung der Endstrecke der Liniein Broich nach der Kettenbrücke erfolgte im Spätherbst 1903 und wurde am10. April 1904 dem Betriebe übergeben. Im Jahre 1906 wurden insgesamt 3244113Personen befördert; die höchste Tagesleistung war die vom 2. September 1906 mit30306 beförderten Personen.

Schon öfters seit Einstellung der Ruhrschiffahrt ist die Frage aufgeworfenworden, ob es denn nicht nützlich sei, die Ruhrschiffahrt wieder aufleben zu lassen.Sehen wir die Sache objektiv an, so kommen wir zu dem Schlüsse, daß die Ruhrfür den so mächtig entwickelten Verkehr nicht geeignet ist. Allenfalls kämeein Kanal in Frage, um die Eisenbahn zu entlasten. In letzterer Beziehung sindviele Körperschaften tätig gewesen. Auch die Stadt Mülheim hat zur Zeit, als diegroßen Kanalpläne für Preußen in Frage kamen, ein Projekt ausarbeiten lassen.In dem Entwurf für eine Wasserstrasse von Mülheim bis zum Rhein von 1899 sagtder Verfasser, Regierungsbaumeister Fabian: „In der hiesigen Kaufmannschaft istdie Tatsache unvergessen, daß noch im Jahre 1860 auf der Ruhr nach dem Rheinund vom Rhein her zu Berg zusammen an 900000 Tonnen Güter verfahren wurden,welche Menge dem Qesamtverkehr, der im gleichen Jahre auf dem mächtigenRheinstrom Emmerich passierte, nur um 150000 Tonnen nachsteht. Man kanndaher das Bedauern darüber verstehen, daß das einst blühende Großgewerbe derRuhrschiffahrt, welches während eines langen Zeitraums hauptsächlich den Interessender Handelskreise Mülheims gedient hat, aber auch nebst seinen beweglichen undunbeweglichen Zubehörungen aus dem Kapital dieser Kreise ins Leben gerufenund unterhalten worden ist, im Kampfe gegen die Eisenbahnen hat zu Grundegehen müssen. Man kann ferner sogar bis zu einem gewissen Grade den Lokal-patriotismus verstehen, welcher es schmerzlich empfindet, daß das benachbarteRuhrort, durch die Zeiten begünstigt, an Mülheims Stelle getreten ist; denn wenn auchder größere Teil der jetzt bestehenden Ruhrorter Hafenanlagen aus Mitteln erbautist, die der Ruhrfiskus im Hafen selbst verdient hat, so sind doch die ersten zweck-mässigen Erweiterungen dieses ursprünglich unbedeutenden Hafens aus den Über-schüssen der Ruhrschiffahrtsabgaben hergestellt worden, welche letztere wiedervorwiegend durch die Mülheimer Kaufmannschaft geleistet wurden." Vorgesehen warstatt der Kanalisierung des Ruhrbettes ein besonderer Seitenkanal. Aus demProjekt ist nichts geworden. Dessen ungeachtet ist in der Bürgerschaft auch heutenoch die Hoffnung nicht aufgegeben, daß ein Wasserweg zum Rhein geschaffen wird.

k) Bankwesen.Das Bankwesen beruht auch hier in Mülheim auf der zunehmenden Entwicklungder gewerblichen und industriellen Tätigkeit. Vor 100 Jahren waren die Geld- undKreditgeschäfte einfacherer Art als heute; reine Bankgeschäfte waren unbekanntund der Umsatz so gering, daß das Bedürfnis von sogenannten Geldwechslern undden Kaufleuten „im Nebengeschäft" befriedigt werden konnte.

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