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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
Seite
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und Leder: S. G. Kaufmann, Herrn. Kann, Hermann Bergfried; in Getreide: S. & B.Cohn; in Baumaterialien: Ernst Möhlenbruck; in künstlichen Düngstoffen: WilhelmLankhorst, Broich.

Am 1. November 1880 war in Mülheim sogar eine Produktenbörse ins Lebengetreten, die hauptsächlich den direkten Verkehr zwischen Produzenten undConsumenten zu heben bezweckte. Sie hat sich aber augenscheinlich nicht halten können.

Die Kolonial- und Materialwarenhändler des Kreises Mülheim-Ruhrschlössen sich 1884 zu einem „Handelsverein des Kreises Mülheim a. d.Ruhr" zusammen,der den Zweck verfolgte, durch eine regelmäßige sachgemäße Untersuchungderjenigen Waren, bei denen eine Fälschung möglich ist, die Lieferanten einerKontrolle zu unterziehen und das Nahrungsmittelgesetz (von 1879) freiwillig durch-zuführen, sowie alle Unreellitäten und Mißbräuche im Handel zu bekämpfen. Erstellte zu dem ersten Zwecke einen eigenen Chemiker an.

Seit Ende der 90er Jahre besteht der „Schutzverein für Handel undGewerbe", der in wirksamer Weise den Schutz des soliden Kleinhandels undKleingewerbes gegen alle Arten unlauteren Wettbewerbs betreibt. Auf die zahl-reichen größeren und kleineren Detailgeschäfte Mülheims näher einzugehen, würdeuns hier zu weit führen.

Der Gesamt-Warenverkehr Mülheims wird in zwei Tabellen des Eisenbahn-verkehrs veranschaulicht 1 ).

Eisenbahn-Hauptwerkstätte Speidorf. In den 70er Jahren reichten dieWerkstättenanlagen in Köln-Nippes, die der Rheinischen Eisenbahn gehörten, für dieBedürfnisse derselben nicht mehr aus; es machte sich ferner der Übelstand bemerkbar,daß diejenigen Betriebsmittel der genannten Eisenbahn, die auf den ausgedehntenStrecken derselben im Ruhrkohlenrevier schadhaft wurden, weite Wege bis nachNippes zurückzulegen hatten. Die Rheinische Bahn entschloß sich daher, imAnschluß an ihren großen Rangierbahnhof Speidorf eine Eisenbahn-Hauptwerkstättezu errichten. Dieselbe wurde am Schlüsse des Jahres 1874 in Betrieb genommen;ihren Namen führt sie von der angrenzenden Station Speidorf, trotzdem sie ganzauf Broicher Gebiet gelegen ist. Die von vornherein großzügig geplante Anlagewurde zunächst nur in bescheidenem Umfange ausgeführt. Man ebnete zu diesemZwecke eine recht beträchtliche Fläche des von der Broich-Duisburger Landstraße nachder Bahnlinie Speldorf-Eppinghofen hin sanft abfallenden Geländes ein und errichteteauf demselben eine Lokomotivwerkstätte mit anstoßender Dreherei, eine großeSchmiede, eine Wagenwerkstätte und ein Magazin. Anfangs wurden etwa 200Arbeiter beschäftigt. — Die Preußische Staats-Eisenbahn-Verwaltung, welche dieHauptwerkstätte Speidorf von der Rheinischen Eisenbahn zusammen mit deren übrigenAnlagen im Jahre 1880 übernommen hatte, erweiterte im Laufe der Zeit die Lokomotiv-und die Wagenwerkstätte sehr erheblich; es entstanden eine Kesselschmiede, eineSchreinerei und eine Reihe kleinerer Anlagen. Zum Betriebe der zahlreichen Werk-zeugmaschinen dient ausschließlich Elektrizität. Innerhalb des ausgedehnten Werk-stätten-Gebietes können 35—40 Lokomotiven und 400—450 Güterwagen aufgestelltwerden. Die Arbeiterzahl stieg fast auf das Dreifache der ursprünglichen; in denBüros, den Werkstätten und dem Magazin sind mehr als 40 Beamte tätig. DieLeistungsfähigkeit der seit 1895 der Eisenbahn-Werkstätten-Inspektion Speidorfunterstellten Anlagen wurde hierdurch so gehoben, daß z. Z. jährlich rund400 Lokomotiven und 19—20000 Güterwagen in denselben repariert werden.

!) Beilagen XVI und XVII.

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