den Rhein aus. Der Dampferpark besteht heute aus 3 Rad- und 5 Schraubendampfernvon zusammen 4500 indic. PS. Der größte Dampfer „Winschermann & Cie. No. 8"schleppt in 75 Fahrstunden 4 eiserne Kähne mit 4250 t Ladung von Ruhrort nachMannheim. Auf der Strecke Bingen bis Mannheim befördert der Dampfer 8—10 Kähnemit zusammen 7500 t Ladung. Niederlagen und Filialen befinden sich in Ruhrort,Karlsruhe, Stuttgart, Frankfurt a. M., Offenbach, Aschaffenburg, Neuß und Crefeld;Vertretungen in St. Goar, Caub, Bingen, Mainz, Mannheim und Würzburg. Die Verlade-stellen etc. sind mit den modernsten Ausrüstungen versehen. Die Kähne beförderten1906 zu Berg und zu Tal 383772 t, die Dampfer schleppten desgleichen 856375 t.Beschäftigt sind 77 Beamte, 40 Arbeiter; an Schiffspersonal auf den Kähnen 80 Mann,auf den Dampfern 70.
Stachelhaus & Buchloh G. m. b. H., gegründet am 1. Januar 1876 vonHermann Buchloh in Bonn und Wilhelm Stachelhaus in Mannheim; die Firma hatNiederlagen und Filialen in Mannheim und Karlsruhe und besitzt einen Schiffsparkvon 5 Schleppbooten mit 3400 indic. PS. und 11 Schleppkähnen mit 13150 t Trag-fähigkeit. Sie beförderte 1906 auf dem Rhein in eigenen und fremden Schiffen, füreigene und fremde Rechnung 354630 t.
Hugo Stinnes, gegründet 1893 vom Inhaber gleichen Namens, beschäftigt150 Beamte und 600 Arbeiter; ihr Schiffspark besteht aus 3 Räderbooten von je1500 PS. (Hugo Stinnes I, II, III) und 28 eisernen Schleppkähnen von ca. 37238 tTragfähigkeit (Hugo Stinnes 1—28). Die Firma beförderte 1906 auf dem Rhein ineigenen und fremden Schiffen, für eigene und fremde Rechnung 614595 t. Nieder-lagen und Filialen befinden sich in Duisburg, Cöln, Wiesbaden, Mannheim, Rheinau-Baden, Saarbrücken, Stuttgart, Straßburg i. E., Zürich, Paris, Rouen, Mailand,Genua, Venedig, Newcastle-on-Tyne.
Hugo Stinnes übernahm vor mehreren Jahren die hier allbekannte Händler-firma Fr. Becker; sie datiert aus den 40er Jahren, war eins der bedeutendstenGeschäfte und hat am längsten auf der Ruhr gefahren, namentlich auf der oberen.Lange Jahre hindurch war der inzwischen verstorbene Wilh. Becker Hauptteilhaber,in den letzten Jahren war der ebenfalls verstorbene Louis Mitsdörffer mitbeteiligt.
Wilhelm Klusmann besitzt 5 eiserne Kähne und befrachtete 1906 aufdem Rhein mit diesen und fremden Schiffen, für eigene und fremde Rechnung 51 965 t.
Zu den voraufgeführten 5 Reederfirmen kommen noch die sogenanntenP artikulierschiff er (130) mit 132 Kähnen von insgesamt ca. 130000 t Rauminhalt.Im ganzen waren im Schiffs-Register, das beim Kgl. Amtsgericht zu Mülheim-Ruhr noch immer besteht, Ende 1903 321, Ende 1904 325, Ende 1905 374,Ende 1906 405 und Ende 1907 424 Binnenschiffe eingetragen. Während dieGroß-Reeder für ihre Flotten Selbstversicherung haben, nehmen die andernin den hiesigen Versicherungsvereinigungen: Phönix, Vater Rhein und GuteHoffnung, die im Gegensatze zu den früheren „hölzernen" die „eisernen" Gesellschaftengenannt werden, Deckung. Vorstehende Angaben illustrieren deutlich dieGröße und den Umfang des für Mülheim in Betracht kommenden Rheinverkehrs;derselbe steht hinsichtlich der Güterbeförderung der Städte am ganzen Rhein mitan erster Stelle. Bezeichnend ist, daß die Frachten auf dem Rhein noch immernach der alten Ruhrkarre zu 1 700 kg berechnet werden.
Schon oft hatten sich die Mülheimer Kohlenhändler, meist selbst Schiffer undZechen-besitzer, zur Förderung ihrer Interessen und zur Regelung der Kohlenpreise zusammen-getan; es waren aber immer nur lose Verbindungen, die nicht lange standhielten.
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