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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Likörfabrik; Gebr. Zeppenfeld, desgleichen; Wilhelm Dreesen, Brennerei, Styrum;Hermann Stockfisch, landwirtschaftliche Brennerei 1 ); LandwirtschaftlicheBrennerei und Destilleriefabrik (vorm. Fr. Meckel) G.m.b.H. von Heinr. Poos;Anton Worms, Brennerei, Broich; J. Steingießer (früher Gerh. Hr. von Eicken),Brennerei; Franz Rögels, Brennerei, Broich und Ernst Renkhoff, Essig- undSpritfabrik. Als Destillerie und Likörfabrik kommt noch Gebrüder Kocks (InhaberCarl Julius Meyer) hinzu und andere kleinere. Im Betriebsjahre 1905/06 wurden inden 9 Brennereien 6977 Dz. Roggen-, Gerstenmalz-, Maisschrot und Brauereiab-fälle verarbeitet und 1341 hl reiner Alkohol erzielt. Pro 1906 wurden 287950 Mk.Branntweinsteuer (Verbrauchsabgabe, Zuschlag zu dieser und Brennsteuer) erhoben.— Die Gesamt-Arbeiter- und Beamtenzahl in den Brauereien, Brennereien undMalzfabriken kann auf rund 400 geschätzt werden.

g) Verschiedenes.

In der Erdindustrie wird heute nur noch Ton und Lehm verarbeitet, worandie hiesige Gegend sehr reich ist. Betriebe dieser Art sind das Mülheimer Ton-und Ziegelwerk G. m. b. H. in Mülheim und die Speldorfer TonwerkeG. m. b. H. Steinbrüche und Ziegeleien werden u. a. betrieben von C. Weyandam Kassenberg, den Mülheimer Ruhrstein- und Ziegelwerken Wilhelm Rauen inBroich; Ziegeleien von Becker.Styrum, Becker-Mülheim, vom Bögel-Mellinghofen,Gebr. Rohland-Styrum; als Steinbruchbesitzer nicht zu vergessen die alte Firma L'hoest,welche ihren Hauptbetrieb außerhalb hat.

Das Mülheimer Portlandcementwerk W. Seifer & Cie., Hafenstraße, verarbeitetdie Hochofenschlacke der Friedrich Wilhelmshütte und beschäftigt 80 Personen.Erbaut im Jahre 1901 von W. Seifer & Co., ging die Fabrik 1903 auf Math.Jos. Heil in Styrum über.

Glashütte Itzenplitz & Nedelmann. Seit 1864 besteht hier eine Glas-hütte, gegründet von Wilhelm Stallmann, Max Itzenplitz f und Adalbert Schlafhorst f.1890 wurde der veraltete Ofenbetfieb aufgegeben und der Wannenbetrieb nachbelgischem System eingeführt. Die Hütte ging 1897 in den Besitz von Itzenplitz& Nedelmann über; heute gehört sie dem alleinigen Inhaber Carl Nedelmann hier-selbst unter der beibehaltenen obigen Firma. Fabriziert wird Fensterglas, dessenVerkauf dem Glassyndikat untersteht. Beschäftigt waren bei Gründung 45 Beamteund Arbeiter, heute sind es 160.

Von der früheren Ruhrschiffahrt her stammt noch das hiesige Seiler- undSegeltuchgewerbe. Nennenswerte Betriebe sind die Hanfseilereien von Wilh.Overmann-Saarn, zugleich Holzwollspinnerei, H. A. Schmittmann und F. W. Schmitt-mann (zugleich Wettertuchfabrik), die Rheinische Wettertuchfabrik G. m. b. H.-Broich,sowie J. Wilke &Cie.-Saarn, früher Maschinenbauanstalt, seit 1890 lediglich mechanischeBindfadenfabrik mit Hanfspinnerei seit 1898. Beschäftigt sind 35 Personen. ImJahre 1894 haben die jetzigen Inhaber Josef und Richard Wilke das Geschäft vonihrem Vater Josef Wilke senior (f 1899) ganz übernommen, der es 1872 mit seinemSohne Josef gegründet hatte. — Gustav Kocks-Broich ist eine der ältesten Firmen,entstanden aus der im Jahre 1810 von Hermann Schnitzler gegründeten Hanfseil-fabrik und der 1860 vom verstorbenen Gustav Kocks errichteten Drahtseilfabrik.

') Landwirtschaftliche Brennereien sind solche, welche ihre Rohprodukte aus der eigenenLandwirtschaft beziehen und die Abgänge darin wieder verbrauchen.

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