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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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Spezialität ist heute: Drahtseile für Bergwerke, Luftbahnen, Transmissionen, Aufzüge,Kranen, Schleppschiffahrt. Betriebspersonal 40 Personen. — In Broich besteht nocheine zweite Drahtseilfabrik von Gerhard Krapoth.

Ganz eingegangen ist der Schiffbau, der zur Zeit der Ruhrschiffahrt inBlüte stand und Schiffe bis nach Holland lieferte. Als erster aus der Zeit vor100 Jahren ist Hermann Thielen, Münsterstraße, zu nennen, der mehrere Schiffs-plätze an der Ruhr hatte. Um 1834/40 kommen als Schiffsbauer vor: Carl Biesgen,Speidorf, Wilhelm Hörschgen, Ruhrstraße und Gebrüder Ortkämper, Teinerstraße.An Schiffswerften waren in Mülheim vorhanden: 1846 7, 1856 6, 1860 5, 1862 7,1864 6, 1870 5. Die letzte war die der Gebr. Thielen. 1852 heißt es einmal, dieWerften hätten früher 400 Arbeiter beschäftigt.

In Saarn befindet sich die Tapetenfabrik Niederhoff & Cie., welche1874 von Friedrich Niederhoff und Heinrich Pelzer gegründet wurde. Letzterer ist1877 gestorben, ersterer 1886, und sind jetzt Carl und Wilhelm Niederhoff Allein-Inhaber. Die Fabrik, welche 1883 abbrannte, besitzt 2 Niederlagen in Düsseldorfund in Berlin und beschäftigt 70 Beamte und Arbeiter gegen 8 bei Gründung. —

Außer dem städtischen Wasserwerk in Mülheim ist in Styrum das Wasser-werk Thyssen & Cie., G. m. b. H., dessen Wasserabgabe z. Zt. ca. 30000000 cbmjährlich beträgt. Die Wasserversorgung erstreckt sich über die Gemeinden Hamborn,Walsum, Duisburg-Meiderich, Alstaden, Mülheim-Styrum, Dümpten, Borbeck, Bottrop,Gladbeck, Horst und Dorsten. Die Zahl der Beamten beträgt 47, der Arbeiter 270.Die ersten Anlagen des Wasserwerks sind im Jahre 1892/93 gebaut, und zwar vonder Firma Thyssen & Cie.; seit 21. September 1903 ist das Werk in die heutigeGesellschaftsform umgewandelt.

Am hiesigen Platze befinden sich noch große und kleine Kaffeeröstereien,darunter die Kaffeegroßrösterei von Schmitz-Scholl (Tengelmann) mit 250 Arbeiterinnen,eine Kunstbutter- und Talgfabrik von Schöndorff & Cie. (seit 1880), Seifenfabriken,z. B. diejenige von Joh. Herrn. Feldmann, Dampfsägewerke, z. B. das von Wilh.Backhaus jr. in Saarn (Inhaber Julius Kleinkemm), eine Orgelbauanstalt von Wellers-haus-Saarn und einige kleinere Bürstenfabriken etc. In den 40 er Jahren wurde vonHeinr. Zeppenfeld an der Schleuse Stärke fabriziert, und Pulver von C. W. Woenckhaus.

Im Jahre 1872 war der Mangel an Arbeiterwohnungen auch in Mülheim ganzerschreckend, was den Anstoß zur Bildung der Aktienbaugesellschaft Mülheima. d. Ruhr gab, welche von Bürgermeister Obertüschen, Coupienne, Zerwes, GustavBecker, Itzenplitz u. a. ins Leben gerufen wurde. Seit 1906 ist die Gesellschaft inLiquidation, da sie ihren Zweck erfüllt hat, und heute die Genossenschaftsform vor-zuziehen ist.

Im Jahre 1903 'wurde von dem Bankier Walter Hammerstein in Mülheim derGedanke der Waldansiedlung angeregt und durch ein Übereinkommen mit denGebrüdern Fritz und Mathias Bollert zu Duisburg ins Werk gesetzt. Die von ihnengegründete Broich-Speldorfer Wald- und Gartenstadt Act. -Ges. zuMülheim-Ruhr, der auch die Stadt Mülheim mit ca. 50 ha beigetreten ist, beabsichtigtden Wald dadurch zu erhalten, daß bei den kleinen, nicht unter 1 /i ha großen Parzellender Gartenstadt, wie bei den großen Parzellen von einem und mehreren ha, nurdie Hausparzelle zur Bebauung freigegeben wird, wogegen der übrige Besitz jedesEinzelnen als nicht bebauungsfähig grundbuchlich belastet wird. Das Gelände derGesellschaft — 1612 preuß. Morgen =412 ha — liegt in einem geschlossenen Wald-verbande von ca. 25000 Morgen = 6394 ha Wald. Das Aktienkapital beträgt 807000 M.

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