Eigentum umgewandelt sei, das fragliche Verbot daher nicht mehr zu Recht bestehe 1 ).Am 28. Januar 1846 gab Joh. Wilh. von Eicken jun., geboren am 19. August 1806,gerichtlich zu Protokoll, daß die obige Mühle auf Grund Recesses zwischen WitweGerhard von Eicken, geborene Michels und Witwe Hermann von Eicken, geboreneTroost bezw. deren Kindern und nach Privateinigungen jetzt allein den GebrüdernJohann Wilhelm und August von Eicken gehöre. Einige Jahre darauf ist sie durchErbvergleich in den Besitz der Familie Vorster übergegangen. Von da ab warenalle drei Mühlen im Besitze der Familie Vorster und später im Alleinbesitz vonHermann Vorster, der die Gesamtfabrikanlage, einschließlich der in den 80 er Jahrenneu erbauten Cellulosefabrik in eine Aktiengesellschaft umwandelte. Die Cellulose-fabrik ist seit einigen Jahren außer Betrieb.
Im Jahre 1900 wurde die ganze Vorstersche Fabrikanlage an der Ruhr vonden Dorstener Papierfabriken A.-G. angekauft, die hier jetzt 150 Personenbeschäftigt. Zur Fabrik gehört das Wehr (Schlacht) 2 ) zum Betriebe von 3 Turbinen,die an Stelle der früher außen angebrachtenWasserräder getreten sind, deren jedes mit dendazu gehörigen Gebäulichkeiten eine eigeneMühlenanlage bildete. Einige alte Gebäude sindnoch vorhanden, sonst ist alles verändert, ver-größert und neuzeitlich eingerichtet. DieFabrikation erstreckt sich auf Zeitungs- undBütten- oder Handpapier, farbige Papiere, Düten-und Packpapier. Produktion zirka 87a Mill. kg.
Joh. Wilh. von Eicken, Tabak-fabrik zu Mülheim a. d. Ruhr und Hamburg,beschäftigt in Mülheim 125 Angestellte undArbeiter. Gegründet 1770 in Mülheim vonJoh. Wilhelm von Eicken, befaßte sich die Firmain früheren Zeiten außer mit Tabak mit Kolonial-warenhandel, Mühlenbetrieb und Seifen-fabrikation 3 ), erst von 1871 ab ausschließlichmit Tabak; die jetzige neue Fabrik in derWilhelmstraße wurde 1877 erbaut. Die Tabak-fabrik erlitt in der Napoleonischen Zeit durch
die Kontinentalsperre und Tabaksregie schweren Joh ' Wilh ' von Eicken -
Schaden, von welchem sie sich in den nächsten Jahrzehnten nur schlecht erholenkonnte. Ein Packmeister, Wilhelm Hogeweg, der 1870 nach 55jähriger Tätigkeitbei der Firma starb, erzählte Wunderdinge über die Art, wie in alten Zeiten die
x ) Nach 1811 entstanden, wie bereits bemerkt, viele neue Mühlen, so die Kleinpoppens(Althof s)-Mühle (Ecke Kaiserplatz und Bachstraße), die Windmühle auf dem Schollenfeld, dieHörschgens-Mühle im Werth (Ecke Schollen- und Ruhrstraße) und die Schricks-Mühle inSpeidorf. 1837 wurde die Windmühle in Saarn von Johann Schemken erbaut; der jetzige Besitzerist Johann Schäfer. Benutzt wurde dieselbe zum Mahlen von Korn und Lohe; zeitweise wird sienoch jetzt betrieben. Aus 1861/62 stammte die jetzt nicht mehr vorhandene Dampf-Mehlmühlevon Rudolf Rheinen im Hagerfeld in Broich.
2 ) Durch verschiedene langwierige Prozesse in den 20er Jahren um die Unterhaltung derWehre wurde rechtskräftig festgestellt, daß diese zu den Mühlen gehören und von den Eigentümernunterhalten werden müssen.
3 ) 1840 Tabakfabrik, Seifensiederei und Ölmühle.
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