geb. Stockfisch zediert hat, und die neuen Leibgewinner eine jährliche Pacht von150 Tlr. zu zahlen haben. Von Friedrich Vorster 1 ) ist die Papiermühle auf seineWitwe und seine Söhne Carl, Fritz und Hermann und schließlich von diesen auf denSohn von Carl Vorster, Hermann Vorster junior übergegangen, welcher der letzteBesitzer war und die Erbpacht ablöste. Die Familie Vorster kann sonach auf einen200jährigen Besitz der Papiermühle zurückblicken. In der letzteren wird dassogenannte Büttenpapier noch auf dieselbe Weise fabriziert wie damals, nämlichaus Lumpen mit einigen Zusätzen.
Die mit der Papiermühle baulich zusammenhängende Kornmühle ging ebenso wieauch die (Walk-) Ölmühle in den Besitz der Familie Vorster über. Am 26. und30. Dezember 1804 hatte der Landgraf von Hessen, der dem HandlungshauseRuppel & Harnier zu Frankfurt a. M. 120 000 Gulden schuldete, diesem die beidenKornmühlen an der Broicher und Kahlenbergerschlacht verpfändet. Von da abmußte die Rentei die Einkünfte an diese Firma abführen. Da hierbei Unregelmäßigkeitenvorgekommen sein sollen, brachte die Firma die beiden Mühlen zur Subhastationund ersteigerte dieselben am 5. März 1825 für 13200 und 9280 Tlr. Später fielendie Mühlen wieder an die Nachlaßmasse der Herrschaft zurück. Sie wurden am6. Juli 1837 öffentlich auf 15 Jahre verpachtet. Auf die Kahlenberger Mühle wurden17 Gebote, das höchste 700 Tlr., auf die Broicher Kornmühle 14 Gebote, das höchste270 Tlr., abgegeben, auf beide zusammen 1015 Tlr. und hierfür dem FabrikantenFriedrich Vorster sr. zugeschlagen. Gleich nach der Verpachtung wurde am1. August 1837 das lebende Inventar, welches die Herrschaft sich vorbehalten hatte,an Gustav Rheinen verkauft, nämlich das Mühlenpferd zu Broich nebst Geschirr undKarre zu 43 Tlr., und die drei Esel der Kahlenberger Mühle mit Geschirr zu 12 Tlr.Hiermit hatte die Herrschaft ihren Jahrhunderte langen eigenen Betrieb endgültigaufgegeben.
Die Kahlenberger Mühle stürzte 1840 ein, weshalb die Herrschaft resp.Nachlaßmasse durch Vertrag vom 28. Juli 1840 dieselbe wieder zurücknahm undeinen Pachtnachlaß von 275 Tlr. bewilligte. Vorster trat die Pacht an Gustav Rheinenab, und letzterer verzichtete im Vertrage vom 21. Februar 1840 auf das bisherigeVorrecht der Kornmühle, daß die Öl- und Papiermühle bei Wassermangel still stehensollten, zu Gunsten von Vorster. Am 12. Januar 1852 ging die Pacht auf Witwe Rheinenüber, welche den Vertrag mit der Nachlaßmasse bis 1. August 1862 verlängerte gegen740 Tlr. Pacht. Die Broicher Kornmühle war vom Fährgeld der Mülheimer Fährebefreit. In den 50 er Jahren wurde sie vom Maurermeister J. Th. Eishorst regelmäßiguntersucht. Vielleicht war man durch den Einsturz der Kahlenberger Mühle vorsichtigergeworden. — Nach 1862 wurde die Mühle von der Firma Friedrich Vorster käuflicherworben und an Joh. Wilh. Meininghaus verpachtet. Später betrieb sie Hermann Vorster,der Inhaber der Papierfabrik, bis sie als Getreidemühle aufgegeben und mit denanderen Anlagen vereinigt wurde.
Die von der Familie von Eicken in eine Öl-, Farbholz- und Schnupf-tabaksmühle umgewandelte Walkmühle wurde seit 1826 teilweise auch alsFruchtmühle benutzt. Ruppel & Harnier fühlten sich hierdurch geschädigt undklagten, wurden aber durch Urteil vom 26. Oktober 1827 abgewiesen, da das Mühlen-recht 1811 aufgehoben und die Erbpacht durch Gesetz vom 21. April 1825 in freies
*) Dickes Adressensammlung 1834: Friedr. Vorster, Fabrik von allen Sorten fein und ordin.Schreib-, Post-, Druck- und Packpapier.
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