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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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hauptsächlich aus Scheidemünze bestehenden Gelder unter Begleitung bewaffneterReiter einkassiert wurden 1 ); die alten Feuersteinpistolen sind zum Teil noch bei derFirma vorhanden. Die Geschäftshäuser in der Delle umfaßten den Komplex vondem sogenannten Mumm'schen Hause neben dem Pastorat bis zur Friedrichstraße.Hinter dem heute noch vorhandenen Wohnhause lagen die Gebäude, die teilweise alsTabakfabrik dienten. Vom Begründer ging das Geschäft auf seinen Sohn, dann1861 auf seinen Enkel Johann Wilhelm und Frau Sophie geb. Möllhoff über, späterauf die jetzigen Inhaber Carl und dessen Sohn Hans von Eicken, beide in Hamburg.Dort wurde 1886 eine Filiale, 1902 eine neue Fabrik errichtet. Produktion hier inMülheim 11 000 Ztr., in Hamburg 9000 Ztr. jährlich.

Die Mülheimer Tabakfabrikation war schon vor 100 Jahren sehrbeträchtlich; sie hatte einen Umschlag von annähernd 200000 Fr. Die verarbeitetenRohstoffe kosteten (1812) 2 ): holländische Karotten und virginische Blätter 100 Pfd.200 Fr., virginische Stengel 100 Fr., oberländische Karotten 50—60 Fr., feine MailänderTabake 200—250 Fr.; Portoriko — Kollen pro Pfd. 6 Fr., Havanna Kanaster proPfd. 9 Fr. In einer Übersicht vom 6. Februar 1812 werden als Tabaks-Debitentenerwähnt: Heinrich Siebel, J. D. Kleurz, L. W. Reineke, H. Kiesendahl. Tabakfabrizierten in den Jahren 1834—40 3 ), allerdings in kleinerem Maßstabe: Fr. Wilh.Fabarius, Phil. Heller, Dellestraße, J. W. Meininghaus, Franz von Halfern, DiedrichKlewitz, Joh. Heinr. Kocks, Hermann Mühlenbeck-Saarn und um 1870 AlbertWerbrun. Heute besteht neben von Eicken nur die kleinere Fabrik von G. Denk-haus & Söhne, Luisental.

Aus dem Ausland eingeführter Tabak kostet 85 Mk. Zoll pro 100 Kg.,geschnittener für Zigaretten außerdem 700 Mk. pro 100 Kg. Zuschlag. Die Steuerfür inländischen Tabak beträgt 45 Mk. pro 100 Kg. Die neu eingeführte Zigaretten-steuer erbrachte pro 1906 Mk. 3118,59.

C. Roesch & Co., Mechanische Weberei, Luisental, teils mit altenGebäuden, teils neu gebaut, so die jetzige Weberei am Schleusenkanal in den Jahren1854/56 und 1885/86, beschäftigt 350 Personen und fabriziert bunte Gewebe jeder Art.

Im Jahre 1750 kam Johann Caspar Troostaus Elberfeld, wo die Familie Troost bis Mitte des16. Jahrhunderts in ununterbrochener Reihenfolgenachgewiesen ist, nach Mülheim. Er verheiratete sichhier mit der Witwe Ehrenber-g geb. Overmann undwohnte in seinem 1777 erworbenen Besitztum Althof-straße, früher im Gang, jetzt teils den Erben Büdgen,teils der Adler-Apotheke gehörig. Sein Sohn JohannCaspar, geb. 1759 in Mülheim, vermählte seit 1788mit Anna Gertrud Meisenburg aus Elberfeld, gründetenun 1791 die Fabriken zu Luisental: Druckerei,Weberei und Spinnerei, wovon die Spinnerei zweimal,1796 und 1797, durch Feuersbrunst zerstört wurde,joh. Caspar Troost 1759-1830. Das Privilegium exclusivum zur Baumwollspinnereiund die Konzession zu einer Wasserleitung vom Schleusenkanal bis zur Fabrikdatiert vom 18. Februar 1791. Im Jahre 1817 errichteten dann die beiden Söhne des

x ) 1827 wurde der berüchtigte Straßenräuber Joh. Lutz gen. Dunker bei Schrick-Speldorf verhaftet.2 ) Vgl. Beilage VIII.:i ) Dickes und Meyers Adreßsammlungen.

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