günstig, zumal die Lintorfer Gesellschaft neuerdings verschiedene Läger bis zu14' Mächtigkeit aufgeschlossen und in Angriff genommen habe.
Wir müssen uns nochmals zum Kohlenbergbau zurückwenden wegen des dortim Zusammenhang mit der Kohle vorkommenden Kohleneisensteins; er warzeitweise Gegenstand bergmännischer Gewinnung. Der Wiescher Erbstollen wurdewesentlich wegen der 1853/57gemuteten Kohlen-Eisensteinfelderbetrieben, welche 1861unter dem Namen „Broicher Eisensteinbergwerk" konsolidiert wurden. Erwähnt sei dieGrube Eisenstein (Heißen, Vertreter von Eicken), welche seit 1865 und noch 1872 in Betriebwar. Im Ganzen war aber der Betrieb auf Eisenstein von keiner besonderen Bedeutung.
c) Eisen-, Maschinen- 1 ) und Hüttenindustrie.Wie für den Bergbau, so waren auch für die Eisenindustrie in Mülheim dieersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts von entscheidender Bedeutung. Zwar wurde,wie allerwärts im bergischen Lande, so auch in Mülheim bereits Eisen verarbeitet.Am Anfang des vorigen Jahrhunderts betrieb hier Johann Wilhelm Vogt imMotenhof („Vogts Mühle") mit 7, nach anderen Angaben 12—15 Arbeitern einenEisenhammer 2 ). DieFabrikate wurden abgesetzt in Deutschland, Holland und Frank-reich. 1812 war der Hammer, der jetzt Reckhammer genannt wird, im Besitze derGebrüder Friedrich und Karl Voigt, welche jährlich 8—12000 Pfd. Eisen- undStahlwaren fabrizierten im Werte von ca. 3—4000 Rtlr. 3 ).
Als Begründer einer Eisenhütten- und Ma-schinenindustrie kommen jedoch erst die BrüderJohann und Franz Dinnendahl in Betracht. Fürgemeinschaftliche Rechnung legten sie 1819/20eine „Eisenschmelze und Dampf maschinen-fabrik" an unter der Firma Gebrüder Dinnen-dahl, 4 ) Mechaniker in Essen und Mülheima. d. Ruhr.
Von Johann Dinnendahl, der um 1813 denBetrieb der Kohlenzechen Wiesche und Rosen-blumendelle leitete, in Mülheim wohnte und dieTochter des Gastwirts Funke zu Essen, MariaChristine Gertrud Funke heiratete, wissen wirnicht viel. Mehr von seinem ältejen BruderFranz. Geboren 1775 bei Steele, lernte er not-dürftig lesen und schreiben, schob später Kohlen,wurde in seinem 16. Lebensjahre Bergmann undeinige Jahre darnach Schreiner und Zimmermann,da er in letzterem Berufe sein angeborenestechnisches Talent besser zu verwerten hoffte.Seine freie Zeit wandte er aber mit Vorliebedem Maschinenbau zu, und bald war er Zimmermann und Maschinenbauer in einerPerson. Um diese Zeit wurde die von James Watt in England erfundene und
*) Drahtseilereien s. Verschiedenes, Gewehrfabrik Saarn unter „Militärwesen".
2 ) Beilage VII. Oben S. 222.
3 ) Beilage VIII.
4 ) Dickes Adreßsammlung 1834: Dinnendahl Johann, mechanische Werkstätte und Eisen-gießerei, Münzstraße. Meyers Adreßverzeichnis 1840: Brüder Dinnendahl, Eisengießerei undMaschinenfabrik.
Franz Dinnendahl.
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