zwischen Hammelsbeck und Rosendelle, welches der Zehntgesellschaft bis vorwenigen Jahren noch eigentümlich zugehörte. In Holthausen heißt der Weg vonSeilerbeck nach Dümpten der Zehntweg. Die jetzigen Inhaber der Zehntgesellschaftsind: Erben Stöcker, Erben van Braam, Familien Haniel und Troost, Erben Dr. Fr.Hammacher, Deichmann & Co., Cöln, U.A., zusammen 52 Personen.
b) Erzbergbau.
Der Erzbergbau interessiert hier insofern, als die beiden allein in Betrachtkommenden Gruben zu Seibeck und Lintorf mit ihren Feldern Mülheimer Gebietüberdecken und stellenweise darin unbedeutenden Abbau geführt haben; gewonnenwurden Zink-, Blei-, Kupfer- und Schwefelerze.
Gewerkschaft Seibecker Bergwerksverein bei Saarn, gegründet am24. April 1882 als „Gewerkschaft Seibecker Erzbergwerke", baute in den Jahren1888—1891 insgesamt 1 135000 Mk. Ausbeute, wurde 1890 in die Aktien-Gesellschaft„Seibecker Bergwerksverein" mit einem Kapitale von 5400000 Mk. umgewandelt,1900 aber wieder in die Gewerkschaftsform mit obiger Firma zurückgeführt. DieAusbeutung des gangartigen Vorkommens erfolgt durch die Anlage Neu-Diepenbrock IIImit drei Schächten; dicht unter der Tagesoberfläche hatten schon „die Alten" zur„Franzosenzeit" wenig umfangreichen Stollenbetrieb geführt; der systematische Bergbauwurde erst in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts eingeleitet. Er hat imLaufe der Jahre bedeutenden Umfang angenommen, wird aber durch das Auftretengroßer Mengen salzigen Grubenwassers 1 ) und durch Selbstentzündung des Alaunschiefersin der Nähe des Ganges gegenwärtig sehr erschwert. — Laut Gewerken-Versammlungs-beschluß vom 30. Dezember 1907 tritt die Gewerkschaft aus vorgenannten Gründenin Liquidation und wird den Betrieb ganz einstellen. — Der untertägige Betrieb derHauptanlage hat sich nicht bis in das Mülheimer Gebiet hinein ausgedehnt, stehtjedoch dicht an der Gemeindegrenze von Mülheim(Ruhr)-Saarn. Versuchsschächtewurden abgeteuft auf den zu Mülheim gehörenden Parzellen „in den Quisseln", „aufdem Stümpenberg", „am Schlink" etc. Die größte Teufe der Zeche beträgt 400 m,beschäftigt sind ca. 400 Personen.
Lintorfer Erzbergwerke, Gewerkschaft in Liquidation, gegründet 1865 alsAktiengesellschaft Lintorfer Erzbergwerke von einem holländischen Konsortium mit6000000 Mk. Aktienkapital, kam 1883 vollständig zum Erliegen. Später (1897) nahmdie jetzt in Liquidation befindliche Gewerkschaft den Betrieb wieder auf, mußte ihnaber wegen der großen Wasserzuflüsse — 90 cbm pro Minute — und mangelhaftenAufschlüsse wiederholt stunden und schließlich 1902 endgültig einstellen. Die Grubeexistiert schon seit 1813 und bestand ursprünglich aus den Zechen Friedrichsglückund Diepenbrock. Hier auf Lintorf ist ebenfalls bereits von den „Alten" Bergbaubetrieben worden. Die Förderung war wegen der Wasserschwierigkeiten niemalsstetig und erheblich. Die neue Gewerkschaft hatte vor der Stillegung den Betriebauf Speidorf, Broich und Saarn ausgedehnt.
Versuche von anderer Seite, auf Mülheimer Gebiet einen Erzbergbau zuetablieren, scheinen keinen Erfolg gehabt zu haben. Am 27. Februar 1865 heißt esüber ein Schwefelkiesvorkommen bei Speidorf, daß sich durch fortgesetzte Bohrversuchedie Verbreitung des Erzes als eine bedeutende herausgestellt habe, und es mehr alswahrscheinlich sei, daß man es am „Stümpenberge" mit einer Fortsetzung der Schwefel-kieslager von Schacht Diepenbrock zu tun habe. Sei dies der Fall, so sei die Sache
*) welches dem Haubach zugeführt wird.
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